Sonntag, 26. Mai 2024

Happy Lag BaOmer

 

 

  

                                                     Lagefeuer 

Seit Samstagabend und Sonntag feiert man in Israel Lag BaOmer, was sich als "33. Tag der Omer-Zeit" übersetzen lässt. Die Omer-Zeit sind 7 Wochen Trauerzeit. Am 33. Tag aber, also an Lag BaOmer, wird gefeiert. Warum?

Erst einmal endete die schreckliche Plage der Schüler Rabbi Akiwas genau an diesem Tag. Und so ist es Tradition, diesen Tag als Tag des Wunders zu feiern.

Ein weiteres Wunder war, dass - nachdem 24.000 Schüler starben, einer der verbleibenden 5 (!) Schüler Rabbi Shimon Bar Jochai überlebte , der den "Zohar", den Haupttext der Kabbalah, der Jüdischen Mystik schrieb. Er soll an Lag BaOmer gestorben sein, und so wird gefeiert, dass seine Seele mit dem Himmel sich vereinigte. Sein Vermächtnis erleuchtete die Juden, so wie das Lagerfeuer, was man Rabbi Shimon Bar Jochai zu Ehren an Lag BaOmer macht - es erleuchtet die dunkle Nacht. 


Lag BaOmer ist aber auch ein Symbol der Kabbalah, der Jüdischen Mystik - nach der Zahlenmythologie ist es eines der höchsten physischen Sphären, die die Welt erreicht hat, an diesem Tag, am 33. Omer. Da passt es ganz gut, dass der Tag in Verbindung mit dem Zohar steht.

Außer dem Lagerfeuer gibt es zahlreiche Traditionen, wie fröhliche Veranstaltungen (Hochzeiten etc.), den ersten Haarschnitt von Dreijährigen, Bogenschießen, Singen, Tanzen - kurzum: alles, was Freude macht!  

Mehr dazu gibt es auf unserer Facebook-Seite

Viel Spass!

Bild: Public Domain
Text: Rosebud

Sonntag, 19. Mai 2024

Wer ist Abu Table ("Vater Trommel")?

  

                                                Abu Table - nicht der, für den man ihm hält


"Hier (in der Westbank) gibt es viele, die Märtyrer werden wollen. Und bei Euch (in Israel) gibt es Ben-Gvir und andere, der Todesstrafe für Terroristen einführen will. Warum kann man kein Treffen zwischen den beiden Gruppen organisieren? Die einen führen die Todesstrafe aus, die anderen werden Märtyrer, und alle sind glücklich! Walla, was für eine Idee! Euer Abu Tabla"

Wer ist Abu Table?

Seit ca. 3 Jahren (also ab Anfang der Corona-Epidemie) kursierten die Videos von Abu Table - ein palästinensischer Tagesarbeiter, der mit Baseball-Käppie und schwarzer Plastiktüte (Mittagessen) meistens in einem Checkpoint steht, oft ist ein Esel im Bild, und der in perfekten Arabisch mit Nablus-Akzent, oder in gebrochenen Hebräisch die verrückte Realität des Nahen Osten mit viel Humor kommentiert.

Aber er macht auch Musik:



Mehr als 21 Millionen Mal wurden Abu Tables Videos gesehen - und sind bei Juden und Arabern gleich beliebt.

Aber wer ist Abu Table?

Wer ist Joni?

Abu Table, der auch begnadeter Musiker ist, wurde kürzlich von Ohad Hemo, einen promintenten Palästinenser-Korrespondent des israelischen Fernsehen besucht. (Wer Hebräisch versteht, siehe hier und hier)

Im Bericht ist Hemo mehr als beeindruckt von Abu Tables Arabisch, von den Nuancen des lokalen Stadt-Akzents und vom Verständnis des Diskurses.

Und dann zieht Abu Table seinen Hut herunter, setzt eine Kippa auf - und geht in ein Haus in Kfar Eldad (einer Siedlung in der Westbank) - wo seine sechs Kinder auf ihn warten.

Es handelt sich nämlich um einen jüdischen Israeli namens Joni Sharon:

                                                Yoni Sharon


Joni "Abu Table" ("Table"= Trommel, sein Instrument) ist wie gesagt, ein begnadeter Musik, der mit seiner Band, die arabische Instrumentalmusik spielen, sogar Beduinen beeindruckt.

Während Corona nutzte er die Lockdowns und Ungewissheit aus, um witzige Videos als Abu Table zu machen - die Sprache lernte er von seinen palästinensischen Nachbarn, und das so gut, dass viele ihn für einen Palästinenser hielten - so gut konnte er selbst die kleinsten Nuancen herüberbringen. Aber auch interne israelische Politik kannte er so gut wie kaum jemand.

Inzwischen ist er ein Internet-Phänomen, ein Youtube-Superstar, und tourt bereits als Standup-Comedian durch die Länder. So wie es sich für einen Abu Table gehört: mit Baseball-Käppie, schwarzer Plastiktüte in der Hand, und Esel im Hintergrund.

Bilder: Public Domain
Text: Rosebud

Mehr zu Abu Table gibt es auf unserer Facebook-Seite

Sonntag, 12. Mai 2024

Happy Birthday Israel!

 

 Von Montagabend bis Dienstagabend feiert Israel den 76. Unabhängigkeitstag. Er wird anhand der Unabhängigkeitserklärung gefeiert, die am 14.Mai 1948 (nach Hebräischem Datum 5. Iyar, also heute) gelesen wurde.


Wegen der Lage fällt vieles aus, u.a. das Feuwerk und die Flugzeug-Formation. Aber am Montagabend gibt es eine grosse Zeremonie - das lassen wir uns nicht nehmen! 

Am nächsten Tag schläft man sich in Israel erst einmal aus. Um 11 Uhr fingt das traditionelle internationale Bibelquiz an, über das Uri Zohar und Arik Einstein einen fantastischen Sketch machten! (Gibt es auf unserer Facebook-Seite)


Und danach gibt es MANGAL (=BBQ). Es wird in allen Parks, in allen Ecken gegrillt, was es hergibt . Soviel wird gegrillt, dass einige den Unabhängigkeitstag "Yom Haatzmaut" in "Yom Haatzamot" (Tag der Knochen, denn das ist das einzige, was am Ende des Tages vom Fleisch noch übriggeblieben ist) unbenannt haben. Metzger und Kohlehändler haben dann Hochkonjunktur! Aber auch Vegetarier müssen an dem Tag nicht auswandern: Inzwischen gibt es auch vegetarische, und sogar vegane Mangal.
 
                                         
                                              die vegetarische Variante

Danach gibt es erst einmal eine Siesta - oder alternativ, türkischen Kaffee mit Kardamon und dazu Waffeln.

Am Abend dann wird der Israel-Preis verliehen und es laufen Klassiker israelischer Filme im Fernsehen.

Dazu hat sich in letzter Zeit die Satiresendung "Erez Nehederet" gesellt, deren Slogan auch diesen Unabhängigkeitstag gilt: Yesh lanu Erez Nehederet - Wir haben ein wundervolles Land!

Happy Birthday, Israel!

Bilder und Text: Rosebud
Mehr Bilder vom Unabhängigkeitstag und Videos - gibt es auf unserer Facebook-Seite

Sonntag, 5. Mai 2024

Nachlat Benjamin: Der älteste und größte Künstlermarkt in Israel

 

 

Jeden Dienstag und Freitag gibt es auf der "Nachlat Benjamin", einer Fußgängerzone in Tel-Aviv, einen Markt für Künstler: Von selbstgemachten Schmuckstücken über Aquarelle und Holzfiguren bis zu
                                           selbstgemachten Blumenvasen und Blumen

ist da alles dabei, was Herz und Auge begehrt - und auch zu einem erschwinglichen Preis. Wenn nicht, kann immer gefeilscht werden. Das sieht dann ungefähr so aus.

Nachlat Benjamin (manchmal auch Nachlat Binyamin geschrieben) ist der älteste und größte Künstlermarkt in Israel. Er wurde 1988 gegründet, und existierte durchgehend, bis heute. Die Künstler haben sogar eine Gewerkschaft gegründet. Alles, was hier angeboten wird, wird von Hand gefertigt.

Der Markt selbst befindet sich nicht weit vom Gemüsemarkt (Shuk ha-Carmel) entfernt, und hat eine ganze Reihe von sehr netten Cafés und Restaurant, wo man nach dem Bummeln sich einen Eiskaffee gönnen kann, und sich gemütlich hinsetzen kann. In Geh-Nähe befindet sich übrigens das Zentrum der deutschsprachigen Einwanderer nach Israel.

Hier noch ein paar Eindrücke:

















Kurzum: Es ist immer einen Besuch wert!

Bilder und Text: Rosebud