Montag, 26. Februar 2018

Fröhliches Purim! Heute aktuell wie nie zuvor...

 

Ab Mittwoch abend und Donnerstag den ganzen Tag wird in Israel und der jüdischen Diaspora Purim gefeiert. Hier etwas Hintergrund:

Das Purimfest (von hebräisch Pur = Los) wird am 14. Adar des Jüdischen Kalenders,. Purim ist ein Fest, das an die Errettung des jüdischen Volkes aus drohender Gefahr in der persischen Diaspora erinnert. Haman, der höchste Regierungsbeamte des persischen Königs Ahasveros, hatte damals vor, die gesamten Juden im Perserreich an einem Tag zu ermorden. Königin Ester, mit Hilfe ihres Onkels Mordechai, führte jedoch durch Fasten und Gebet die Rettung herbei.

                                 Trump, Ivanka und Bannon - (fast) wie in der Purimgeschichte



Nach einer Theorie spiegelt sich das Purimfest dieses Jahr mit Präsident Trump wieder: Sein Einflußbereich erstreckt sich bestimmt - so wie das von Ahasveros - auf 127 Länder, und auch er, wie sein persischer Vorgänger, ist eher unwissend, und lässt sich von seinen Beratern in sämtliche Richtungen treiben. Dabei gibt es auch einen Pendanten zu Haman - nämlich den latent antisemitischen Steve Bannon, der zwar nicht gehängt wurde, aber immerhin gefeuert. Ob er wohl Trumps Schlüsselsatz: "you´re fired" zu hören bekam? In der Rolle von Ester und Mordechai hätten wir somit Jared Kushner und Ivanka Trump, und da fängt der Vergleich leider etwas zu Humpeln an - so ist Ivanka die Tochter des Präsidenten, nicht die Frau (obwohl Trump einmal meinte, er hätte sie geheiratet, wenn sie nicht seine Tochter wäre), und inwiefern die beiden die Juden weltweit gerettet haben? Na immerhin haben sie den antisemitischen Berater des Weißen Hauses entfernt, und das ist doch auch schon etwas.  


In den Synagogen wird jedenfalls am Mittwoch Abend und Donnerstag die Festrolle des Buches Ester vorgelesen. 
Weitere Traditionen sind Verkleidung, Almosen geben sowie so viel Alkohol zu trinken bis man nicht mehr unterscheiden kann zwischen den Guten und den Bösen der Geschichte. 

Wie das ganze dieses Jahr ausschaut? Das wird man bald auf unserer Facebook-Seite sehen.

Bild: Public Domain
Text: Rosebud

Sonntag, 18. Februar 2018

40 Jahre "Eis am Stiel": Israelisch und universal

                                                Die Jungs von "Eis am Stiel"

Wer in den 80er Jahren aufgewachsen ist, erinnert sich bestimmt noch an die "Eis am Stiel"-Filme, wo drei pubertierende Jungs ihre erste Erfahrungen - vor allem, aber nicht nur - mit dem anderen Geschlecht machen. (Die jüngere Generation kennt einen der Schauspieler, Zachy Noy, wohl eher aus diversen Reality-Sendungen wie das Supertalent oder Promi Big Brother)

Was viele nicht wissen, ist der Hintergrund der Filme: Es geht nämlich nicht nur um drei Jungs, sondern auch um Israel: So heissen die Helden nämlich im Original nicht, wie in Deutschland synchronisiert, Johnny, Benny und Momo, sondern Jehuda-le, Benzi (kurz für Ben-Zion) und Momo. Auch ist der Titel in Israel "Eskimo Limon", also eine sehr spezielle Eis-am-Stiel-Sorte, die die israelische Firma "Strauss" vermarktete. Der wirklich existierende Eis-Stand ("Glida Montana") spielt auch eine wichtige Rolle im Film, ebenso wie der Strand Tel Avivs und der "HaYarkon"-Park...
(Eisblöcke kommen übrigens auch vor - sie waren in der Zeit vor den Kühlschränken in Israel die einzige Möglichkeit, Essen frisch zu halten)

Und das ist nicht das Einzige, was verloren ging: Im Film geht es um den Generationenkonflikt im jungen Staat Israel - so sprechen die Jungs (und ihre Generation, die bereits in Israel geboren sind) alle akzentfrei Hebräisch, während die Eltern mit dem Akzent des jeweiligen Ursprungsland sprechen, von dem sie kamen. Auch wird der Kampf der verschiedenen Jugendbewegungen, der in den 1950er, 60er und 70er Jahren eine große Rolle spielt, thematisiert (die drei Jungs gehören zu den "Salontänzern", die von den eher sozialistischen Jugendbewegungen, vor allem der Kibbutzbewegung, als "Burgeoisie" verpönt wird), ebenso wie die israelische Armee (in einen der Fortsetzungsfilme werden die drei eingezogen, und erleben auch auf der Armeebasis einiges)

Jedoch haben die Filme auch universelle Themen, wie das "Coming of Age", die erste Erfahrung mit dem anderen Geschlecht, das Schulleben, die Freizeit - und, vielleicht eines der wichtigsten, die Freundschaft überhaupt. Untermalt wurden die Filme mit den größten Schlager der 1960er Jahre, die weltweit auf den Schallplattenspielern und in den Radios zu hören waren...

Wir gratulieren "Eis am Stiel" zum 40. Geburtstag!

Bild: Public Domain
Text: Rosebud


Mehr zu Eis am Stiel - auf unserer Facebook-Seite

Sonntag, 11. Februar 2018

Crembo - oder "Schaumspeise mit Migrationshintergrund"

                                               Krembo - angebissen und originalverpackt


1) Trivia
  • Die israelische Version des in Deutschland früher mal politisch unkorrekt als "Negerkuss" und "Mohrenkopf" vermarktete Süssspeise, heute als "Dickmanns" (nach dem Hersteller, aber auch nach dem Resultat, wenn man zuviele ist) bekannt, unterscheidet sich nicht nur dem Namen nach von seinem europäischen Vetter:

  • So ist es koscher (sogar sehr - glatt koscher), laktosefrei und jedes Krembo ist originalverpackt (siehe oben). Nebenbei sind die Krembos so empfindlich, dass Roboterarme bei der Verpackung es zermampfen würde. Und so wird jeder Krembo bis zum heutigen Tag per Hand verpackt. (Es gibt übrigens Sammler der Verpackung, die sie nach Genuss des Krembos bügeln und damit die Wand tapetieren - kein Witz!)

  • Den Namen erhielt "Krembo" vom Hersteller Whitman, und heute ist es Teil des Strauss-Imperiums.

  • In der israelischen Ubersetzung ist Krembo die Lieblingsspeise von Harry Potter



2) Wirtschaft

Krembos warden nur 5 Monate im Jahr hergestellt, nämlich von Oktober bis Februar, da es im Sommer zu schnell schmelzt.Trotzdem werden alleine in Israel 50 Millionen Krembos pro Saison verkauft - und es gibt auch einen Weltmarkt, vor allem in Regionen, wo Exil-Israelis leben.


3) Koscher

Nachdem Krembo zwei Teile hat - den Schoko-Creme-Teil und den Keks-Teil, erhält jeder Teil eine andere Bracha (Segensspruch). Zudem ist es am Shabbat (Samstag) verboten, die beiden Teile zu trennen - und der Sänger Ahron Razel hat dazu sogar ein witziges Lied geschrieben.

4) Last but not least:
Videos der Krembo-Herstellung sowie das oben erwähnte Lied gibt es auf unserer Facebook-Seite

Bild: Public Domain
Text: Rosebud

Sonntag, 4. Februar 2018

Schakshuka, Frühstück der Champions



                                                 Shakshuka


Shakshuka ist eine wundervolle Art, den Tag zu beginnen. Es eignet sich aber auch als Mittagsessen oder Abendmahl.


Folgende Zutaten benötigen wir:

-    6 Eier
-    4-6 Tomaten
-    1 rote Paprikaschote
-    1 Zwiebel
-    2-3 Jalapenio-Chilichoten
-    4 Knoblauchzehen
-    Olivenöl
-    Ein wenig Koriander zum Garnieren



                                             Die Zutaten

Die Paprikaschoten, Zwiebeln, Chilichoten und Knoblauchzehen werden in kleine Würfel (1cm, bei den Knoblauchzehen sogar noch kleiner) geschnitten. Anschließend werden die Tomaten skalpiert, was man übrigens auch mit einem Apfelschäler machen kann. Die geschälten Tomaten werden dann auch in Würfel geteilt. 

Auf hoher Flamme wird dann das Olivenöl (da kann man ruhig großzügig sein) in einer möglichst tiefen Pfanne erhitzt. Dann zuerst die Zwiebelwürfel und die Paprikaschotenwürfel hinzugefügen und erhitzen, bis die Zwiebelwürfel goldbraun sind. Anschließend die Chilichoten und die Knoblauchzehen dazu. Schließlich kommen die Tomaten noch rein, wobei die Flamme auf niedrig eingestellt wird. Das wird dann solange gekocht, bis die meiste Flüssigkeit von den Tomaten verdunstet ist, was übrigens kein großer Verlust ist, da es sich fast nur um Wasser handelt. 
Wenn der Inhalt der Pfanne dickflüssig ist, kann man dann von den Eiern das Eigelb hinzufügen (das Eiweiß wird hier nicht benötigt), wobei natürlich Vorsicht geboten ist, daß es nicht zerfließt. Das Ganze wird dann für ein paar Minuten gekocht, bis das Eigelb ein bißchen festbeständig ist, aber noch nicht ganz hart. Zum Schluß wird das Shahshuka dann mit Koriander garniert – sieht ästhetisch aus und gibt auch Geschmack dazu. 

Nachwort: Je nach Tageszeit und Gewohnheit kann man dazu eine Tasse Kaffee, ein Glas Orangensaft oder ein schönes Bier trinken...

Bilder und Text: Rosebud
Mehr zum Thema gibt es auf unserer Facebook-Seite

Montag, 29. Januar 2018

Tubischwat - das Neujahrsfest der Bäume





Am Mittwoch ist es soweit - es wird Tu biShvat gefeiert, das Neujahrsfest der Bäume.

Das Fest hat seinen Ursprung Anfang bereits im ersten Jahrhunder der modernen Zeitrechnung: Das Haus Hillels, eines der renommiertesten jüdischen Denker aller Zeiten (man sagt, er hat das ganze Judentum mit "Was du nich willst, das man dir tu, das füge auch keinem anderen zu" zusammengefasst) hat es als "Neujahrsfest der Bäume" festgelegt.

Der Grund ist, dass damit das Ende der Regenszeit und den Beginn der Einpflanzzeit in der Landwirtschaft. Auf Tu biShvat berufend, wird auch das Alter eines Baumes bestimmt.

Tu biShvat heisst "15. des Monats Shvat", und da Shvat, wie alle Monate des jüdischen Jahres, ein Mondmonat ist, ist am Vorabend (also heute nacht), Vollmond.

Nachdem der Vollmond die Nacht erleuchtet hat, geht die Sonne vor wahrhaft blühenden Landschaften aus, insbesonders jetzt, nach dem starken Regenfall in Israel.

Es gibt dann einige Bräuche, die meist landwirtschaftlichen Ursprungs haben: So pflanzt man Bäume und Pflanzen (nach einiger Tradition 15, da es ja der 15. des Monats ist), isst Fruchtsalat und Obst, und vor allem isst man eine Frucht, die man das ganze jüdische Jahr noch nicht gegessen hat. Darauf gibt es dann einen ganz besonderen Segensspruch.

Eine weitere Tradition ist es, einen "Frucht-Sederabend" zu haben, wo die Familie - dem Pessachfest anlehnend - am Tisch sitzt, und in gemütlicher Runde Früchte und Gemüse der Saison einnimmt.

Na denn: Fröhliches Neujahrsfest der Bäume!

Bild und Text: Rosebud

Mehr zu Tubischwat gibt es auf unserer Facebook-Seite

Sonntag, 21. Januar 2018

Nazi-Geheimagenten im britischen Mandatsgebiet Palästinas


Gad Shimrons historischer Roman und Bestseller in Israel Templer, Liebe und Krieg in Jerusalem über Nazi-Geheimagenten im britischen Mandatsgebiet Palästinas jetzt auf Deutsch erschienen…
                                               Templer-Viertel Sarona in Tel Aviv, ca. 1930                              

Dieser historische Roman erzählt eine Liebesgeschichte vor dem Hintergrund von Geheimagentenaktionen der Nazis im britischen Mandatsgebiet Palästina, die sich wirklich abgespielt haben. Wir schreiben das Jahr 1942, “Wüstenfuchs” Rommel ist bereits bis nach Ägypten vorgedrungen und die Juden in Palästina bereiten sich auf einen Massenselbstmord a la Massada vor – unwissend, dass Nazis bereits Spione im Land haben: Nazianhänger der deutschen Templersekte kollaborieren mit pro-Nazi-Palästinenser, die Anhänger des Muftis von Jerusalem, Haj Amin al Husseini sind (der sich u.a. mit Hitler in Berlin trifft). “Operation Atlas” beginnt.
                                           NSDAP, Ortsgruppe Jerusalem

“Templer, Liebe und Krieg in Jerusalem” ist ein historischer Roman, der zur Zeit des Dritten Reiches spielt, und dessen Handlung sich im britischen Mandatsgebiet Palästina ereignet. Der Roman verknüpft wenig bekannte geschichtliche Tatsachen mit einer fiktiven Liebesgeschichte. Seine Protagonisten sind jüdische Flüchtlinge aus Deutschland und Österreich, Mitglieder der deutschen Templergesellschaft in Jerusalem (die zu teils pro-Nazi waren und sogar eine HJ-Abteilung in Jerusalem hatten!), englische Geheimagenten, jüdische Untergrundorganisationen und arabische Nazi-Spione.

Zu Ende der 1930er entwickelt sich eine außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen der in Wien geborenen Henriette-Tamar Landwehr, die nach dem “Anschluss” nach Palästina geflüchtet ist und Wolfgang Schwerte, einem Mitglied der Templergesellschaft in Jerusalem. Aufgrund des Druckes der Templer, unter denen sich viele Nazisympathisanten befinden, auf Wolfgang, sowie aufgrund von Morddrohungen von jüdischer Seite gegen Tamar sind die beiden gezwungen, die Beziehung zu beenden. Wolfgang kehrt gebrochenen Herzens nach Deutschland zurück. Auch Tamar versucht ihn zu vergessen, u.a. indem sie Krankenpflege lernt.



Drei Jahre später treffen die beiden wieder in Jerusalem aufeinander, just in dem Moment, als sich die jüdische Gemeinde auf die Invasion des Landes durch Erwin “Wüstenfuchs” Rommel vorbereitet, jüdische Untergrundorganisationen gegen die britische Besatzungsmacht in Palästina kämpfen, und die Nazis deutsche und arabische Spione in Palästina einsetzen.
                                           Bibelstelle auf restorierten Templer-Haus

Das Buch beginnt und hört in der Jetztzeit (1995) auf, und da wird auch das Geheimnis bekannt, dass die Protagonisten über Generationen bewahrt haben. Es basiert auf sehr gründlicher historischer Nachforschung, und gibt der Öffentlichkeit wenig bekannte geschichtliche Begebenheiten wieder. Die von den Nazis in Zusammenarbeit mit dem Mufti Haj Amin al-Husseini durchgeführte „Operation Atlas“ wurde erst mit diesem Buch aufgedeckt. Über die Aktivitäten von deutschen Nazi-Sympathisanten und Nazi-Spionen im britischen Mandatsgebiet Palästina ist bis dato kein historischer Roman auf Deutsch erschienen.  Die Liebesgeschichte ist erfunden, aber realistisch in den historischen Kontext eingewoben, und lädt auch die, die an historischen Tatsachen weniger interessiert sind, zum Weiterlesen an.

Zu beziehen ist das Buch, über Amazon

Bilder: Public Domain
Text: Rosebud

Donnerstag, 11. Januar 2018

Kulinarischer Rundgang in Jerusalem

 
Heilige Kräuter und Essenzen




Jede kulinarische Reise durch Jerusalem muss am „Schuk“ (also Markt), der „Machaneh Yehudah“ heisst, beginnen und kann dort auch enden: An den endlosen Ständen kann man sich fasst alles kaufen, was man zum Kochen und Essen braucht: Frisches Gemüse und Obst, Gewürze der verschiedensten Sorten, Brot, Fleisch, Fisch etc. Alles ist sehr frisch und –im Gegensatz zu europäischen Märkten- auch recht billig-
 
Nach einem Rundgang durch den Schuk lohnt es sich, zur „Marzipan“-Bäckerei zu gehen, die die besten „Rogelach“ (Mini-Schoko-Croissants) der Stadt sowie viele andere, meist europäische Backwaren hat, die einem das Wasser im Mund zusammen laufen lassen.  

Gutes für den Körper



A propos Backwaren: Da darf natürlich Borekas (kommt vom türkischen Börek) nicht fehlen, eine Teigware, bei der einem nach dem ersten Biss der Dampf der Füllung in die Nase steigt und zum nächsten Biss verführt: Füllungen gibt es viele (Spinat, Kartoffeln, Käse, Pilze), ebenso wie Stände, wo man Borekas bekommt. Aufgrund der Koscher-Gesetze sind Fleisch-Borekas jedoch eher selten.
  

Gutes für die Seele


 
Bilder und Text: Rosebud