Sonntag, 26. April 2026

Cafe Zarifa, Jerusalem



Versteckt in einer Nachbarschaft Jerusalems, weit weg von den "üblichen Verdächtigen" (Innenstadt, Emek Refaim-Gegend) ist das Café Zarifa, eine Oase, umgeben von Schulen, Privatwohnungen, kleinen Geschäften - und kein Café oder Restaurant weit und breit.


Die eigene Webseite beschreibt es so (eigene Übersetzung):

"ein magisches Café – ein Treffpunkt, an dem Welten, Menschen und Zeiten zusammenkommen. Dieser bezaubernde Ort birgt die Essenz der Vergangenheit in sich und bewahrt die einzigartige Atmosphäre des Viertels und den Geist, der die Gegend in den pulsierenden 1950er Jahren durchdrang.

Das Café selbst befindet sich in einem alten Steingebäude, das von der Zeit gezeichnet ist, aber voller Geschichten steckt. Vor langer Zeit diente es als Treffpunkt für Oma Zarifa und Opa Salach, die fleißig Eis verkauften, um den Durst der Einheimischen zu löschen. Dieselben Wände zeugen heute vom Zusammentreffen alter Bewohner, Neuankömmlingen in der Gegend und gelegentlichen Besuchern, die über dieses verborgene Juwel stolpern."




So sieht es von draussen aus - drinnen sitzt man überdacht, aber eigentlich in einem kleinen Garten, wo einem ausgezeichneter Kaffee und köstliche Speisen serviert werden. Natürlich gibt es auch viele - natürlich selbstgemachte Backwaren, sowohl Brot, Challah und Kade (eine orientalische Spezialität) als auch Kuchen und Torten.

Kurzum: Wen es nach Jerusalem verschlägt, dem ist Café Zarifa SEHR zu empfehlen!


Text: Rosebud

Bilder: Public Domain

Mehr dazu gibt es auf unserer Facebook-Seite

Montag, 20. April 2026

Happy Birthday Israel!

Ab heute (Dienstag) Abend, und Mittwochden ganzen Tag feiert Israel seinen Geburtstag, nämlich 78 Jahre! 


Nach den Feuerwerken, und vielen Konzerten schläft man sich in Israel am Unabhängigkeitstag erst einmal aus. Um 11 Uhr fingt das traditionelle internationale Bibelquiz an, über das Uri Zohar und Arik Einstein einen fantastischen Sketch machten! (Gibt es auf unserer Facebook-Seite)

Und danach gibt es MANGAL (=BBQ). Es wird in allen Parks, in allen Ecken gegrillt, was es hergibt . Soviel wird gegrillt, dass einige den Unabhängigkeitstag "Yom Haatzmaut" in "Yom Haatzamot" (Tag der Knochen, denn das ist das einzige, was am Ende des Tages vom Fleisch noch übriggeblieben ist) unbenannt haben. Metzger und Kohlehändler haben dann Hochkonjunktur! Aber auch Vegetarier müssen an dem Tag nicht auswandern: Inzwischen gibt es auch vegetarische, und sogar vegane Mangal.

 

                                         

                                             Mangal - die vegetarische Variante


Danach gibt es erst einmal eine Siesta - oder alternativ, türkischen Kaffee mit Kardamon und dazu Waffeln. Am Abend dann wird der Israel-Preis verliehen und es laufen Klassiker israelischer Filme im Fernsehen.


Dazu hat sich in letzter Zeit die Satiresendung "Erez Nehederet" gesellt, deren Slogan auch diesen Unabhängigkeitstag gilt: Yesh lanu Erez Nehederet - Wir haben ein wundervolles Land!


Happy Birthday, Israel!


Bilder und Text: Rosebud

Mehr Bilder vom Unabhängigkeitstag und Videos - gibt es auf unserer Facebook-Seite

Sonntag, 12. April 2026

🌿 90 Jahre öffentliches Radio und Fernsehen in Israel - Rosenduftgarten gratuliert!

 

Eine Reise durch Stimmen, Bilder und Erinnerungen

Es gibt diese Stimmen, die bleiben.
Nicht laut, nicht aufdringlich – aber vertraut.
So vertraut, dass sie Teil eines Landes werden.

In Israel begann alles nicht mit Fernsehen, nicht mit Bildern –
sondern mit einer Stimme aus dem Äther.

📻 Die ersten Töne – „Jerusalem Calling“

Das Land stand noch unter britischem Mandat. Und irgendwo zwischen politischen Spannungen und kulturellem Aufbruch ging eine Radiostation auf Sendung:
„Jerusalem Calling“.

Sie sendete in drei Sprachen – Englisch, Hebräisch und Arabisch – und trug viele Namen:
„Kol Jeruschalajim“, „Iza'at al-Quds“.

Es war mehr als Technik.
Es war ein Versprechen:
Dass Menschen sich hören können – auch wenn sie sich nicht sehen.

                                                     Radiozentrale, Jerusalem, 1943




🇮🇱 1948 – Die Stimme eines neuen Staates

Als Israel gegründet wurde, war das Radio bereits da.
Und es war bereit.

Die Stimme von „Kol Israel“ begleitete die Unabhängigkeitserklärung – fast in Echtzeit.

                                              Radiomoderator Joram Ronel (1959)

Man stelle sich das vor:
Ein Land entsteht – und gleichzeitig entsteht sein Klang.

In den folgenden Jahrzehnten wurde das Radio zum Alltagsbegleiter:
Nachrichten, Musik, Stimmen aus der Diaspora.
Programme wie „Reshet Bet“ oder „Reshet Gimel“ prägten Generationen.

                                                 Konzertaufnahme in Jerusalem

📺 Der Schritt ins Bild – Fernsehen kommt spät

Während andere Länder längst fernsehen, zögert Israel.
Erst 1968 beginnt der reguläre TV-Betrieb.



Und Farbe?
Die kommt noch später – erst Anfang der 1980er Jahre.

Es war eine Zeit, in der Fernsehen noch etwas Besonderes war.
Ein Ereignis.
Ein gemeinsames Erlebnis im Wohnzimmer.

🏛️ Die Ära der Rundfunkbehörde

1965 wurde die Israel Broadcasting Authority (IBA) gegründet –
eine Institution, die jahrzehntelang das öffentliche Leben begleitete.

Sie hatte ein Monopol, lange Zeit zumindest.
Und sie prägte das kollektive Gedächtnis:

  • Staatszeremonien
  • Eurovision (ja, auch das!)
  • historische Besuche wie jener von Anwar Sadat
  • Nachrichten, die Geschichte schrieben

Radio und Fernsehen waren nicht nur Medien –
sie waren Bühne, Archiv und Spiegel zugleich.

📡 Wandel, Kritik und Neubeginn

Die 1990er Jahre brachten Konkurrenz:
Privates Fernsehen, Kabel, Satellit.

Die alte Rundfunkbehörde geriet unter Druck.
Zu teuer, zu schwerfällig, zu wenig modern – so lauteten die Vorwürfe.

2017 dann der Schnitt:
Die IBA wurde geschlossen.

Und etwas Neues begann.

🌐 „KAN“ – öffentlich-rechtlich im digitalen Zeitalter

Seit 2017 sendet die Israelische Rundfunkgesellschaft „KAN“.

Radio, Fernsehen, Streaming – alles aus einer Hand.
Und mit einem klaren Auftrag:
unabhängig, vielfältig, für alle Teile der Gesellschaft.

Heute erreichen die Inhalte Milliarden Aufrufe jährlich.

Aber das Entscheidende ist geblieben:
die Stimme.

🎙️ 90 Jahre – und kein bisschen leise

Zum Jubiläum blickt Israel zurück –
auf Archivaufnahmen, legendäre Moderatoren, historische Momente.

Man hört wieder alte Stimmen.
Man erinnert sich.

Und man merkt:
Medien sind mehr als Information.

Sie sind Erinnerung.
Sie sind Identität.
Sie sind ein Echo der Zeit.


🌿 Vielleicht ist es das, was bleibt:
Nicht das Gerät.
Nicht die Technik.

Sondern das Gefühl,
dass irgendwo jemand spricht –
und man selbst zuhört. 


Fotos: Public Domain

Mehr dazu gibt es auf unserer Facebook-Seite

Mittwoch, 1. April 2026

Pessach - Frühlingsfest, Fest der Freiheit

 Was wird gefeiert?

Ab Montag Abend wird Pessach gefeiert: Zuerst mit einem "Seder" (einem Abendessen mit traditionellen Speisen, wo die "Haggada" gelesen wird, die über dem Auszug aus Ägypten  erzählt), und danach wird eine Woche lang kein Brot gegessen.


                                                                               Der Seder-Tisch



                                                    symbolische Speisen beim Seder

Kein Brot - warum eigentlich?

An Pessach, das heute Abend beginnt, ist für 8 Tage das gesäuerte Brot (auch „Chametz“ genannt) verboten, und damit Semmeln, Kuchen und auch das bayrische Nationalgetränk (Bier). 

Der Hintergrund dazu ist folgender: An Pessach wird der Auszug der Juden aus der Sklaverei in Ägypten gefeiert, der das jüdische Volk 40 Jahre durch die Wüste führte. 

Über die historische und geographische Genauigkeit streiten sich die Geister, ebenso wie über die Frage, ob die Pessach-Geschichte oder die Erinnerung daran wichtiger ist. 


Über eines gibt es aber keine Zweifel: 

Das jüdische Volk hatte bei seiner Flucht nicht die Zeit, Brot säuern zu lassen. 

Und deswegen ist das beim Pessachfest verboten – zwar nicht für 40 Jahre,  aber immerhin für 8 Tage.

Damit sind also, wie gesagt, so gut wie alle Bäckereiprodukte tabu. 

                                                              Matzen

Als Ersatz gibt es die Matzen, das sind ungesäuerte Flachbrote (siehe Bild),  die sich im Geschmack von der Kartonverpackung nicht sonderlich unterscheiden. Die Matzen dürfen nicht länger als 18 Minuten gebacken werden, sonst sind sie gesäuert.

Als Matzen-Aufstrich gibt es Charoset, das ist eine Nuss-Datteln-Paste, die aufgrund der Dickflüssigkeit an den Lehm der Sklavenarbeit erinnert. 

(Außer Essen kann man auch das Folgende mit den Matzen tun). 


Traditionen


Zusätzlich gibt es verschiedene traditionelle Gerichte, wobei der „Gefilte Fisch“  – eine Fischkotelette mit süßer Geleesoße und Karottenscheibe oben – das bekannteste ist. Glücklicherweise gibt es den heutzutage im Glaß, sodass man die Fische nicht –wie früher üblich- in der Badewanne schwimmen lassen muss, bis der Feiertag anbricht. Zum Trinken ist Bier –da gesäuertes Hefenprodukt- strengstens verboten. Wein hingegen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht!


                                                        Gefilte Fisch


Fazit

An Pessach gibt es viele biblische Nahrungseinschränkungen und Traditionen, die das Leben zusätzlich erschweren oder erleichtern. Wer was einhält, muss man natürlich selbst entscheiden. 


Ich jedenfalls wünsche allen jüdischen Lesern ein fröhliches Pessachfest und hoffe, alle anderen hatten viel Spaß beim Lesen.


Fotos und Text: Rosebud

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