Montag, 6. Juli 2026

100 Jahre Große Synagoge Allenby

  


 Große Synagoge Allenby – Außenansicht
Tel Aviv, Allenby Street. Zwischen hupenden Bussen, schattigen Straßencafés und dem ewigen Kommen und Gehen der Stadt erhebt sich ein Bauwerk, das leise von Geschichte erzählt: die Große Synagoge an der Allenby‑Straße. Im Jahr 2025 blickt sie auf 100 Jahre Geschichte zurück – ein Jahrhundert voller Wandel, Hoffnung und Erinnerung.


Ein Traum aus den 1920er‑Jahren

Als Tel Aviv noch jung war, entstand der Wunsch nach einem repräsentativen geistlichen Zentrum. 1922 entwarf der Architekt Yehuda Magidovitch die Große Synagoge. Der Bau kam jedoch nur schleppend voran – erst die finanzielle Unterstützung von Baron Edmond de Rothschild machte die Fertigstellung möglich.
1926 war das Gebäude vollendet, 1930 wurde es feierlich eingeweiht. Die Synagoge wurde schnell zu einem Mittelpunkt religiösen und gesellschaftlichen Lebens.

Licht, Glas und Erinnerung

Buntglasfenster der Großen Synagoge
Besonders eindrucksvoll ist der Innenraum: eine hohe Kuppel, weite Hallen und die berühmten Buntglasfenster, die an zerstörte Synagogen Europas erinnern. Wenn das Sonnenlicht durch das Glas fällt, scheint die Vergangenheit für einen Moment greifbar nah.
Diese Fenster sind stille Mahnmale – und zugleich Symbole des Weiterlebens.


Wandel der Stadt, Wandel der Synagoge

In den 1960er‑Jahren veränderte sich das Viertel rund um die Allenby‑Straße stark. Viele Gemeindemitglieder zogen weg, die Synagoge verlor an Bedeutung als alltäglicher Gebetsort.
1970 wurde sie umfassend renoviert und erhielt ihre heutige, markante Fassade mit Bögen und modernen Elementen. Seitdem steht sie nicht nur für religiöse Kontinuität, sondern auch für architektonischen Wandel.

Bewahren für die Zukunft

Große Synagoge Allenby – Detail
Heute ist die Große Synagoge Teil umfangreicher Restaurierungs‑ und Erhaltungsprojekte. Ziel ist es, sie als historischen Ort, kulturelles Erbe und lebendigen Bestandteil der Stadt neu zu positionieren.
Ein Ort der Stille – mitten im urbanen Puls.


Ein persönlicher Gedanke

Vielleicht geht man an ihr vorbei, ohne stehen zu bleiben. Vielleicht betritt man sie nur für einen kurzen Moment. Doch wer innehält, spürt: Diese Mauern haben vieles gesehen. Und sie erzählen weiter – leise, würdevoll, seit nunmehr 100 Jahren

Bilder: Public Domain
Text: Rosebud

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Dienstag, 30. Juni 2026

Makkabia 2026: Ein Sommer voller Kraft und Verbundenheit

 

 

Am 1. Juli fängt die Makkabia, oft als die "jüdischen Olympischen Spiele" bezeichnet, an, und zwar mit einem großen, internationalen Auftakt-Event in Jerusalem

Ein Treffen der Weltgemeinschaft

Es ist ein Ereignis, das weit über die reine sportliche Leistung hinausgeht. In diesem Jahr versammeln sich 8.000 Athleten aus 55 verschiedenen Ländern, um in 45 verschiedenen Sportarten gegeneinander anzutreten. Wenn man sich diese Zahlen vor Augen führt, dann sieht man nicht nur Wettkämpfer, sondern Botschafter, die aus allen Himmelsrichtungen angereist sind, um hier, in der Hitze des israelischen Sommers, ihren Mut und ihre Leidenschaft zu zeigen.

"Ein Feuer brennt in ihnen" – so beschreibt es die Makkabia-Organisation. Und dieses Feuer spürt man, wenn man durch die Städte geht, von Jerusalem bis in den Norden und Süden, wo die 3.000 Turniere ausgetragen werden.



Mehr als nur Sport

Die Makkabia ist ein Versprechen auf Zusammenhalt. Es ist das Wissen, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind. Während die Sportler an ihre Grenzen gehen, laden sie uns ein, innezuhalten und diese Verbundenheit zu feiern. Ob beim Schwimmen, im Kampfsport oder bei den Teamspielen – am Ende des Tages bleibt das Gefühl, dass wir durch unsere gemeinsame Geschichte und unsere Visionen fest miteinander verwoben sind.

 



Text: Rosebud

Fotos: Website der Makkabia


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Dienstag, 16. Juni 2026

Mosch ben-Ari: Vollblutmusiker, Made in Israel

 

Wer ist Mosh ben-Ari?

Israelischer Sänger und Musiker, dessen Background so vielfältig ist wie das Land selbst: In Israel geboren, Familienwurzeln in Russland, Asarbadjan, Ägypten, Iraq und Jemen. Aufgewachsen ist Mosh in Afula, einer Entwicklungsstadt im Norden Israels. Schon von früh an fing Mosh an, sich für Musik zu interessieren, inspiriert von den Klängen der jemenititschen Synagogenmusik (hier ein Beispiel), die in der kleinen Nachbarschaftssynagoge Afulas gesungen wurde.

Anfangs war er der Frontsänger der Band "Sheva", mit der er viele Hits hatte
                                                 Sheva: Hilula

Der Stil war Reggae, und auch damals waren die Hauptthemen Spiritualität, die Verbindung mit der Natur und Frieden. Sheva war ein voller Erfolg, und sie tourten in Europa, Amerika, und sogar Australien. Die Band war Reggae, Shanti und New Age - und passte genau in den Trend.

Das Lied "Salam-Shalom" wurde zur Hymne einer ganzen Generation - weltweit
                                              Salam- Shalom - live in Australien


Seit einigen Jahren ist er solo (als Sänger), und hat sich von Reggae- zum Rockmusiker weiterentwickelt, wobei er sowohl singt als auch Gitarre spielt. Mosh schreibt alle seine Songs selbst, sowohl Text als auch Musik, und entwickelt sich ständig als Musiker weiter. Zudem ist er aktiv im Kampf für die Erhaltung des Toten Meers als Natur-Reservoirs, für den Frieden und für die musikalische Tradition von Nordafrika und den Nahen Osten.

                                            

Mosh ben-Ari: Ein Phänomen


Er ist auch weiterhin aktiv als Botschafter von Frieden, Naturverbundenheit und Spiritualität - und vor allem als wunderbarer Musiker, der jede Note und jedes Wort Text seiner Lieder selbst schreibt.
                                          
Text und Fotos: Rosebud

Mittwoch, 10. Juni 2026

Ein Jahrhundert zwischen den Zeilen: Die Magie der Hebräischen Buchwoche

Ein Jahrhundert voller Geschichten - in Israel

                                                   Hebräische Buchwoche
                                   

„Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.“ – Ein altes Sprichwort, das mir heute Morgen wieder in den Sinn kam, als ich über den Duft von frischem Papier und die sanfte Wärme der Sommersonne nachdachte.

Stellt euch vor: Wir feiern ein Jahrhundert voller Geschichten. Ein Jahrhundert, in dem die hebräische Sprache nicht nur auf Pergamenten ruhte, sondern in den Alltag der Menschen wanderte – auf die Tische, in die Parks und in die Herzen der Leser. 

Die Hebräische Buchwoche, dieses wunderbare Fest der Literatur, blickt auf eine hundertjährige Tradition zurück. Es ist ein Jubiläum, das wie eine alte Rose duftet – eine Mischung aus beständiger Eleganz und frischer Lebenskraft.

Und alles fing mit EINEM Stand an, und einer handvoll Bücher!


Ein Fest für die Sinne

Wenn ich an die Buchwoche denke, sehe ich die langen Reihen der Stände vor mir. Die Sonne senkt sich langsam, der Himmel färbt sich in zartes Apricot, und zwischen den aufgeschlagenen Seiten der Neuerscheinungen finden wir Momente der Stille. Es ist ein Fest, das nicht laut ist. Es ist ein Flüstern zwischen Autor und Leser, eine Einladung, in ferne Welten zu reisen, ohne den eigenen Garten zu verlassen.

 

                                                   Eindrücke von Hebräischer Buchwoche

Warum wir heute noch blättern

In einer Welt, die immer schneller zu werden scheint, bleibt das gedruckte Wort ein Anker. Ein Buch zu halten, das Papier zu spüren, das sanfte Rascheln beim Umblättern – das ist eine Kunst, die wir uns bewahren sollten. Die Buchwoche erinnert uns daran, dass wir Teil einer langen Erzählung sind. Von den Anfängen, als das hebräische Buch ein kostbares Gut war, bis heute, wo es uns wie ein treuer Begleiter durch das Leben führt.

 „Wer liest, lebt tausend Leben, bevor er stirbt. Wer nicht liest, lebt nur eines.“ – Ein Zitat, das bei diesem Jubiläum heller strahlt denn je.


Bücher - Totgesagte leben länger

Bücher werden spätestens seit dem Internet, und wahrscheinlich seit dem Radio und Fernsehen totgesagt. Und Handies gelten als "Coup de Grace". Jeder ist vor irgendeinem Bildschirm - nicht aber vor einem Buch. 

Oder?

Wenn wir DIE amerikanische Talkshow-Königin Oprah Winfrey fragen, und die MILLIONEN Followers ihres Buchklubs, dann bekommen wir einen anderen Eindruck: Zu Lesen ist SEXY!

Auch die Social Media machen keinen Umweg zu Büchern, sondern gehen gerade auf sie zu: So gibt es beispielsweise BookTik, eine riesige und sehr beliebte Unterseite zu Büchern auf TikTok.

Kurzum: Totgesagte leben länger. Und das gilt hier doppelt: eine jahrhundertlange totgesagte Sprache feiert ein Medium, das auch totgesagt wurde - und wahrscheinlich uns alle überlebt. 

Feiert mit mir diesen Meilenstein. Mögen noch viele Jahrhunderte voller hebräischer Worte folgen, die unsere Seelen nähren wie Tau den Garten am frühen Morgen.

Habt ihr ein Buch, das euer Leben verändert hat? Erzählt mir davon in den Kommentaren – ich würde mich so freuen, eure kleinen, literarischen Schätze zu entdecken!

Text: Rosebud

Bilder: von der Facebook-Seite der Hebräischen Buchwoche

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#Buch #Buchwoche #שבועהספר #HebrewBookWeek #Lesen #Bücher 


Montag, 8. Juni 2026

Israelische Schaumspeise mit Migrationshintergrund

 


                                                Krembo - angebissen und originalverpackt



Trivia

  • Die israelische Version des in Deutschland früher mal politisch unkorrekt als "Negerkuss" und "Mohrenkopf" vermarktete Süssspeise, heute als "Dickmanns" (nach dem Hersteller, aber auch nach dem Resultat, wenn man zuviele ist) bekannt, unterscheidet sich nicht nur dem Namen nach von seinem europäischen Vetter:
  • So ist es koscher (sogar sehr - glatt koscher), laktosefrei und jedes Krembo ist originalverpackt (siehe oben). Nebenbei sind die Krembos so empfindlich, dass Roboterarme bei der Verpackung es zermampfen würde. Und so wird jeder Krembo bis zum heutigen Tag per Hand verpackt. (Es gibt übrigens Sammler der Verpackung, die sie nach Genuss des Krembos bügeln und damit die Wand tapetieren - kein Witz!)
  • Den Namen erhielt "Krembo" vom Hersteller Whitman, und heute ist es Teil des Strauss-Imperiums.
  • In der israelischen Ubersetzung ist Krembo die Lieblingsspeise von Harry Potter


Wirtschaft

Krembos warden nur 5 Monate im Jahr hergestellt, nämlich von Oktober bis Februar, da es im Sommer zu schnell schmelzt.Trotzdem werden alleine in Israel 50 Millionen Krembos pro Saison verkauft - und es gibt auch einen Weltmarkt, vor allem in Regionen, wo Exil-Israelis leben.


Koscher

Nachdem Krembo zwei Teile hat - den Schoko-Creme-Teil und den Keks-Teil, erhält jeder Teil eine andere Bracha (Segensspruch). Zudem ist es am Shabbat (Samstag) verboten, die beiden Teile zu trennen - und der Sänger Ahron Razel hat dazu sogar ein witziges Lied geschrieben (gibt es auf unserer Facebook-Seite)


Last but not least:

Videos der Krembo-Herstellung - auf unserer Facebook-Seite


Bild: Public Domain

Text: Rosebud


Mehr zu Krembo gibt es auf unserer Facebook-Seite


Dienstag, 26. Mai 2026

Nobelpreis - Made in Israel

 Ihr Hintergrund koennte unterschiedlicher nicht sein: Sie sind in verschiedenen Laendern geboren, sind von atheistisch bis sehr religioes eingestellt, haben unterschiedliche politische Ansichten und arbeiten in unterschiedlichen Naturwissenschaften - zwei Dinge haben die sechs aber gemeinsam: Sie sind alle Israelis, und alle haben den Nobelpreis gewonnen.

Prof. Aumann - Wirtschaft (Spieltheorie)

 
                Yisrael Robert Aumann, Wirtschaft


Was ist eigentlich "Game Theory", fragt ein Interviewer Yisrael Robert Aumann, der für diese Disziplin den Nobelpreis erhielt. "Sie sind der erste, der mir diese Frage stellt", antwortet der ueberaschte Aumann, "da muss ich überlegen"... (Fortsetzung folgt)


Prof. Schechtmann - Chemie

  

"Es gibt keine Quasikristalle, nur Quasiwissenschaftler" - das war eine der Kritiken, die Dan Schachtmann sehr oft hörte, u.a. von Chemienobelpreisträger Linus Carl Pauling. Schachtmann aber bewies das Gegenteil - Quasikristalle gibt es - und der Nobelpreis in Chemie gab ihm recht.


Prof. Ada Yonat - Chemie


das Man nannte sie "Ada, die Frau mit Ribosomen im Kopf", und das war noch das Geringste - Verrückte, zum Scheitern verurteilt, alles Namen, die Kollegen im Lande und weltweit Ada Yonath vorwarfen, als sie in akribischer Arbeit 15 Jahre lang versuchte, das Rätsel der Ribosomen zu entschlüsseln...


Die Nobelisten


Und das sind nur drei der sechs Naturwissenschafts-Nobelpreistraeger Israels (den Friedens- und Literaturnobelpreis gewannen Israelis auch, dazu vielleicht ein anderes Mal) - alle ausgelacht und bemitleidet, niemals ernst genommen, und alle haben mit wenig Mitteln und viel Sturköpfigkeit der Welt bewiesen, das Israel international seinen Platz bei den besten der Naturwissenschaft verdient hat.


Zurück zu Aumann: 

"...aber ich denke schnell, und so ist hier meine Antwort: Mein Bruder und ich stritten als Kind immer um die Schokolade - jeder von uns behauptete, er bekaeme eine kleinere Haelfte als der andere. Bis meine Mutter eine geniale Idee hatte: Einer von Euch teilt die Schokolade, und der andere darf sich aussuchen, welche Haelfte er will. Seitdem teilten wir die Schokolade immer in gleiche Stuecke - denn ansonsten haette Bruderherz das groessere Stueck gewaehlt! Und DAS ist Game Theorie."

Was beweist, dass auch komplizierte Theorien einfach erklaert werden koennen - selbst, und vielleicht  zu recht, von einem Nobelpreistraeger...


Text: Rosebud
Bild: Public Domain

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Dienstag, 19. Mai 2026

Schawuot

Ab Donnerstag Abend wird in Israel und der jüdischen Diaspora Schawuot, das jüdische Wochenfest, gefeiert.

Bibel und Landwirtschaft

So wie die meisten Feiertage hier hat das Fest eine spirituelle wie eine landwirtschaftliche Bedeutung. Spirituell wird sich an die Offenbarung am Berg Sinai und die Zehn Gebote erinnert. Landwirtschaftlich ist dies das Fest der Erstlingsfrüchte.

In der hebräischen Bibel hat Schawuot mehrere Namen, zum einen  Wochenfest (Schawuot), Fest der Ernte und Tag der Erstfrüchte.  Die vielen Namen spiegeln die verschiedenen Bedeutungen, die das Fest hat, wider. So wird an den Empfang der zweiten Zehn Gebote (Gesetzestafeln) am Berg Sinai erinnert. Die ersten zehn Gebote hat Mose, zerschmettert, weil das Jüdische Volk das Goldene Kalb anbetete. Darauf ging Moses wieder auf die Spitze des Berg Sinais, um die neuen zehn Gebote zu erbitten. Dieses Mal mussten die Juden sich die zehn Gebote verdienen, indem sie die 50 Tage vom Pessachfest bis Schawuot beteten. Beim ersten Mal wurden ihnen die zehn Gebote geschenkt.


Die Zehn Gebote stehen im Mittelpunkt der Toralesung. Sie werden unter Begleitung einer besonderen Melodie vorgelesen, und während sie vorgelesen werden, steht die ganze Gemeinde.

Schawuot ist außerdem ein Erntedankfest, da zu dieser Zeit in Israel Weizen geerntet wird.

Das Wochenfest bildet den Abschluss der Frühlingsfeste, zu denen Pessach auch gehört. Lesungen des Buches Ruth, das die Geschichte der Konvertierung von Ruth, der Urgroßmutter König Davids, erzählt  und die Zehn Gebote stehen im Mittelpunkt. Die Synagoge wird geschmückt. Traditionell wird Milch getrunken, milchige Speisen (Eierkuchen mit Quark, Käsekuchen usw.) und Honig gegessen, da die Tora mit Milch verglichen wird, die das Volk Israel wie ein unschuldiges Kind begierig trinkt. Auch geht es ja um "das Land, wo Milch und Honig fließt."

 

Und heute?

Insbesonders in den landwirtschaftlichen Siedlungen, den Kibbutzim und Moshawot, wird Shavuot mit großen Festlichkeiten gefeiert. Die Erstlingsfrüchte werden in Traktoren der Öffentlichkeit feierlich, mit Musik und Parade präsentiert.

Hier ein paar Fotos der Festlichkeiten:





In den letzten paar Jahren wurde eine neue Tradition hinzugefügt: Die Neugeborenen des Jahres werden feierlich präsentiert: Auch sie sind "Erstlingsfrüchte"

Zum Schluß werden die Kinder mit dem Traktor durch das Kibbutz oder Moshav gefahren:




Und dann gibt es natürlich noch eine festliche Mahlzeit:


Na denn: Chag Schawuot sameach (fröhliches Schawuot!)

Bilder und Text: Rosebud

Montag, 11. Mai 2026

Kibbutz Dafna - Paradies im Norden Israels

 Paradies im Norden


Ganz im Norden Israels, in der Chulaebene, nah an der Grenze zum Libanon, liegt ein kleines Paradies: Es ist das Kibbutz Dafna. Genau am Punkt, wo Galiläa zuende geht und die Golanhöhen anfangen, am Fadenkreuz auch der Zugvögel ist diese Oase, durch die der Dan-Fluß gleich drei mal fließt, und wo es von grüner Schönheit nur trotzt.

Geschichte des Kibbutz


Gegründet wurde das Kibbutz 1939, von Einwanderern aus Lithauen und Polen. Damals war die Situation schwierig, und Dafna lag wahrhaftig auf der Schußlinie - so wird angenommen, dass es nicht zuletzt dem Mut der Kibbutznikim von Dafna zu verdanken ist, dass die syrischen und libanesischen Armeen im Unabhängigkeitskrieg 1948 nicht ins Landesinnere vordringen konnten. Das Kibbutz zahlte einen schweren Preis.

"Exodus"


Auch in der Literatur hat es sich einen redlichen Platz verdient: So ist der Held von Leon Uris´ Kultroman "Exodus", Ari Ben Kanaan (im Film von Paul Newman verkörpert) ein Sabre, also im Land Israel gebürtiger Jude (und kein Einwanderer) - und er kommt von hier, vom Kibbutz Dafna.
     Kibbutz Dafna: Der Kuhstall steht noch


...ist aber nicht die Hauptattraktion:

Kibbutz Dafna heute

Und heute? Heute steht zwar noch der Kuhstall und die alten Traktoren, aber hauptsächlich lebt das Kibbutz vom Tourismus, sowohl vom internationalen als auch vom internen, israelischen: Die Stadtmenschen finden hier die Natur, die frische Luft, eine Erholung am Swimming Pool und vieles mehr:

So gibt es ein ausgezeichnetes koscheres Fischrestaurant, wo jeden Tag frischer Fisch serviert wird, und wo man auf Holztischen vom Plätschern eines Wasserfalls sich den Gaumenfreuden ergönnen kann. Nebenan gibt es auch die Möglichkeit, selbst zu fischen und sich seinen Fang zubereiten zulassen.

Außerdem gibt es eine der besten Schuhgeschäfte (eigene Produktion) des Landes, ein Gästehaus erster Klasse sowie ein Café, dessen Frühstück mit den besten Früchten und Gemüsen der Region zubereitet wird.

Während die Sonne über den grünen Wiesen von Kibbutz Dafna langsam untergeht und sich rot im Dan-Fluß spiegelt, hört man außer den Zugvögeln und dem Plätschern des Flusses nur eines - eine angenehme Stille, die durch eine angenehme Brise nur noch untermalt wird...

Bilder und Text: Rosebud
Mehr Bilder von Kibbutz Dafna gibt es auf unserer Facebook-Seite

Dienstag, 5. Mai 2026

Fröhlicher Lag BaOmer!

 


Ab gestern abend und heute wird man in Israel Lag BaOmer feiern, was sich als "33. Tag der Omer-Zeit" übersetzen lässt. Die Omer-Zeit sind 7 Wochen Trauerzeit. Am 33. Tag aber, also an Lag BaOmer, wird gefeiert. Warum?

Erst einmal endete die schreckliche Plage der Schüler Rabbi Akiwas genau an diesem Tag. Und so ist es Tradition, diesen Tag als Tag des Wunders zu feiern.

Ein weiteres Wunder war, dass - nachdem 24.000 Schüler starben, einer der verbleibenden 5 (!) Schüler Rabbi Shimon Bar Jochai überlebte , der den "Zohar", den Haupttext der Kabbalah, der Jüdischen Mystik schrieb. Er soll an Lag BaOmer gestorben sein, und so wird gefeiert, dass seine Seele mit dem Himmel sich vereinigte. Sein Vermächtnis erleuchtete die Juden, so wie das Lagerfeuer, was man Rabbi Shimon Bar Jochai zu Ehren an Lag BaOmer macht - es erleuchtet die dunkle Nacht. 

Lag BaOmer ist aber auch ein Symbol der Kabbalah, der Jüdischen Mystik - nach der Zahlenmythologie ist es eines der höchsten physischen Sphären, die die Welt erreicht hat, an diesem Tag, am 33. Omer. Da passt es ganz gut, dass der Tag in Verbindung mit dem Zohar steht.

Außer dem Lagerfeuer gibt es zahlreiche Traditionen, wie fröhliche Veranstaltungen (Hochzeiten etc.), den ersten Haarschnitt von Dreijährigen, Bogenschießen, Singen, Tanzen - kurzum: alles, was Freude macht!  

 Viel Spass!


Bild: Public Domain

Text: Rosebud


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Sonntag, 26. April 2026

Cafe Zarifa, Jerusalem



Versteckt in einer Nachbarschaft Jerusalems, weit weg von den "üblichen Verdächtigen" (Innenstadt, Emek Refaim-Gegend) ist das Café Zarifa, eine Oase, umgeben von Schulen, Privatwohnungen, kleinen Geschäften - und kein Café oder Restaurant weit und breit.


Die eigene Webseite beschreibt es so (eigene Übersetzung):

"ein magisches Café – ein Treffpunkt, an dem Welten, Menschen und Zeiten zusammenkommen. Dieser bezaubernde Ort birgt die Essenz der Vergangenheit in sich und bewahrt die einzigartige Atmosphäre des Viertels und den Geist, der die Gegend in den pulsierenden 1950er Jahren durchdrang.

Das Café selbst befindet sich in einem alten Steingebäude, das von der Zeit gezeichnet ist, aber voller Geschichten steckt. Vor langer Zeit diente es als Treffpunkt für Oma Zarifa und Opa Salach, die fleißig Eis verkauften, um den Durst der Einheimischen zu löschen. Dieselben Wände zeugen heute vom Zusammentreffen alter Bewohner, Neuankömmlingen in der Gegend und gelegentlichen Besuchern, die über dieses verborgene Juwel stolpern."




So sieht es von draussen aus - drinnen sitzt man überdacht, aber eigentlich in einem kleinen Garten, wo einem ausgezeichneter Kaffee und köstliche Speisen serviert werden. Natürlich gibt es auch viele - natürlich selbstgemachte Backwaren, sowohl Brot, Challah und Kade (eine orientalische Spezialität) als auch Kuchen und Torten.

Kurzum: Wen es nach Jerusalem verschlägt, dem ist Café Zarifa SEHR zu empfehlen!


Text: Rosebud

Bilder: Public Domain

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Montag, 20. April 2026

Happy Birthday Israel!

Ab heute (Dienstag) Abend, und Mittwochden ganzen Tag feiert Israel seinen Geburtstag, nämlich 78 Jahre! 


Nach den Feuerwerken, und vielen Konzerten schläft man sich in Israel am Unabhängigkeitstag erst einmal aus. Um 11 Uhr fingt das traditionelle internationale Bibelquiz an, über das Uri Zohar und Arik Einstein einen fantastischen Sketch machten! (Gibt es auf unserer Facebook-Seite)

Und danach gibt es MANGAL (=BBQ). Es wird in allen Parks, in allen Ecken gegrillt, was es hergibt . Soviel wird gegrillt, dass einige den Unabhängigkeitstag "Yom Haatzmaut" in "Yom Haatzamot" (Tag der Knochen, denn das ist das einzige, was am Ende des Tages vom Fleisch noch übriggeblieben ist) unbenannt haben. Metzger und Kohlehändler haben dann Hochkonjunktur! Aber auch Vegetarier müssen an dem Tag nicht auswandern: Inzwischen gibt es auch vegetarische, und sogar vegane Mangal.

 

                                         

                                             Mangal - die vegetarische Variante


Danach gibt es erst einmal eine Siesta - oder alternativ, türkischen Kaffee mit Kardamon und dazu Waffeln. Am Abend dann wird der Israel-Preis verliehen und es laufen Klassiker israelischer Filme im Fernsehen.


Dazu hat sich in letzter Zeit die Satiresendung "Erez Nehederet" gesellt, deren Slogan auch diesen Unabhängigkeitstag gilt: Yesh lanu Erez Nehederet - Wir haben ein wundervolles Land!


Happy Birthday, Israel!


Bilder und Text: Rosebud

Mehr Bilder vom Unabhängigkeitstag und Videos - gibt es auf unserer Facebook-Seite

Sonntag, 12. April 2026

🌿 90 Jahre öffentliches Radio und Fernsehen in Israel - Rosenduftgarten gratuliert!

 

Eine Reise durch Stimmen, Bilder und Erinnerungen

Es gibt diese Stimmen, die bleiben.
Nicht laut, nicht aufdringlich – aber vertraut.
So vertraut, dass sie Teil eines Landes werden.

In Israel begann alles nicht mit Fernsehen, nicht mit Bildern –
sondern mit einer Stimme aus dem Äther.

📻 Die ersten Töne – „Jerusalem Calling“

Das Land stand noch unter britischem Mandat. Und irgendwo zwischen politischen Spannungen und kulturellem Aufbruch ging eine Radiostation auf Sendung:
„Jerusalem Calling“.

Sie sendete in drei Sprachen – Englisch, Hebräisch und Arabisch – und trug viele Namen:
„Kol Jeruschalajim“, „Iza'at al-Quds“.

Es war mehr als Technik.
Es war ein Versprechen:
Dass Menschen sich hören können – auch wenn sie sich nicht sehen.

                                                     Radiozentrale, Jerusalem, 1943




🇮🇱 1948 – Die Stimme eines neuen Staates

Als Israel gegründet wurde, war das Radio bereits da.
Und es war bereit.

Die Stimme von „Kol Israel“ begleitete die Unabhängigkeitserklärung – fast in Echtzeit.

                                              Radiomoderator Joram Ronel (1959)

Man stelle sich das vor:
Ein Land entsteht – und gleichzeitig entsteht sein Klang.

In den folgenden Jahrzehnten wurde das Radio zum Alltagsbegleiter:
Nachrichten, Musik, Stimmen aus der Diaspora.
Programme wie „Reshet Bet“ oder „Reshet Gimel“ prägten Generationen.

                                                 Konzertaufnahme in Jerusalem

📺 Der Schritt ins Bild – Fernsehen kommt spät

Während andere Länder längst fernsehen, zögert Israel.
Erst 1968 beginnt der reguläre TV-Betrieb.



Und Farbe?
Die kommt noch später – erst Anfang der 1980er Jahre.

Es war eine Zeit, in der Fernsehen noch etwas Besonderes war.
Ein Ereignis.
Ein gemeinsames Erlebnis im Wohnzimmer.

🏛️ Die Ära der Rundfunkbehörde

1965 wurde die Israel Broadcasting Authority (IBA) gegründet –
eine Institution, die jahrzehntelang das öffentliche Leben begleitete.

Sie hatte ein Monopol, lange Zeit zumindest.
Und sie prägte das kollektive Gedächtnis:

  • Staatszeremonien
  • Eurovision (ja, auch das!)
  • historische Besuche wie jener von Anwar Sadat
  • Nachrichten, die Geschichte schrieben

Radio und Fernsehen waren nicht nur Medien –
sie waren Bühne, Archiv und Spiegel zugleich.

📡 Wandel, Kritik und Neubeginn

Die 1990er Jahre brachten Konkurrenz:
Privates Fernsehen, Kabel, Satellit.

Die alte Rundfunkbehörde geriet unter Druck.
Zu teuer, zu schwerfällig, zu wenig modern – so lauteten die Vorwürfe.

2017 dann der Schnitt:
Die IBA wurde geschlossen.

Und etwas Neues begann.

🌐 „KAN“ – öffentlich-rechtlich im digitalen Zeitalter

Seit 2017 sendet die Israelische Rundfunkgesellschaft „KAN“.

Radio, Fernsehen, Streaming – alles aus einer Hand.
Und mit einem klaren Auftrag:
unabhängig, vielfältig, für alle Teile der Gesellschaft.

Heute erreichen die Inhalte Milliarden Aufrufe jährlich.

Aber das Entscheidende ist geblieben:
die Stimme.

🎙️ 90 Jahre – und kein bisschen leise

Zum Jubiläum blickt Israel zurück –
auf Archivaufnahmen, legendäre Moderatoren, historische Momente.

Man hört wieder alte Stimmen.
Man erinnert sich.

Und man merkt:
Medien sind mehr als Information.

Sie sind Erinnerung.
Sie sind Identität.
Sie sind ein Echo der Zeit.


🌿 Vielleicht ist es das, was bleibt:
Nicht das Gerät.
Nicht die Technik.

Sondern das Gefühl,
dass irgendwo jemand spricht –
und man selbst zuhört. 


Fotos: Public Domain

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Mittwoch, 1. April 2026

Pessach - Frühlingsfest, Fest der Freiheit

 Was wird gefeiert?

Ab Montag Abend wird Pessach gefeiert: Zuerst mit einem "Seder" (einem Abendessen mit traditionellen Speisen, wo die "Haggada" gelesen wird, die über dem Auszug aus Ägypten  erzählt), und danach wird eine Woche lang kein Brot gegessen.


                                                                               Der Seder-Tisch



                                                    symbolische Speisen beim Seder

Kein Brot - warum eigentlich?

An Pessach, das heute Abend beginnt, ist für 8 Tage das gesäuerte Brot (auch „Chametz“ genannt) verboten, und damit Semmeln, Kuchen und auch das bayrische Nationalgetränk (Bier). 

Der Hintergrund dazu ist folgender: An Pessach wird der Auszug der Juden aus der Sklaverei in Ägypten gefeiert, der das jüdische Volk 40 Jahre durch die Wüste führte. 

Über die historische und geographische Genauigkeit streiten sich die Geister, ebenso wie über die Frage, ob die Pessach-Geschichte oder die Erinnerung daran wichtiger ist. 


Über eines gibt es aber keine Zweifel: 

Das jüdische Volk hatte bei seiner Flucht nicht die Zeit, Brot säuern zu lassen. 

Und deswegen ist das beim Pessachfest verboten – zwar nicht für 40 Jahre,  aber immerhin für 8 Tage.

Damit sind also, wie gesagt, so gut wie alle Bäckereiprodukte tabu. 

                                                              Matzen

Als Ersatz gibt es die Matzen, das sind ungesäuerte Flachbrote (siehe Bild),  die sich im Geschmack von der Kartonverpackung nicht sonderlich unterscheiden. Die Matzen dürfen nicht länger als 18 Minuten gebacken werden, sonst sind sie gesäuert.

Als Matzen-Aufstrich gibt es Charoset, das ist eine Nuss-Datteln-Paste, die aufgrund der Dickflüssigkeit an den Lehm der Sklavenarbeit erinnert. 

(Außer Essen kann man auch das Folgende mit den Matzen tun). 


Traditionen


Zusätzlich gibt es verschiedene traditionelle Gerichte, wobei der „Gefilte Fisch“  – eine Fischkotelette mit süßer Geleesoße und Karottenscheibe oben – das bekannteste ist. Glücklicherweise gibt es den heutzutage im Glaß, sodass man die Fische nicht –wie früher üblich- in der Badewanne schwimmen lassen muss, bis der Feiertag anbricht. Zum Trinken ist Bier –da gesäuertes Hefenprodukt- strengstens verboten. Wein hingegen ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht!


                                                        Gefilte Fisch


Fazit

An Pessach gibt es viele biblische Nahrungseinschränkungen und Traditionen, die das Leben zusätzlich erschweren oder erleichtern. Wer was einhält, muss man natürlich selbst entscheiden. 


Ich jedenfalls wünsche allen jüdischen Lesern ein fröhliches Pessachfest und hoffe, alle anderen hatten viel Spaß beim Lesen.


Fotos und Text: Rosebud

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Sonntag, 22. März 2026

Zwischen Himmel und Ring

 

Es gibt Namen, die wie ein Gebet klingen

Und es gibt Menschen, die diesen Namen mit Leben füllen.

„Ahavat HaSchem“ – die Liebe zu Gott.

So heißt ein junger Kämpfer aus Israel:
Ahavat Hashem Gordon.
Geboren im Jahr 2006 in einem kleinen Ort in den Hügeln von Samaria – und doch längst auf den großen Bühnen der Welt zuhause.





🌾 Ein Name wie ein Vers

Sein Name ist kein Künstlername.
Er ist Programm.

„Ahavat HaSchem“ – אהבת השם – bedeutet:
Liebe zu Gott.

Und manchmal fragt man sich:
Formt der Name den Menschen – oder der Mensch den Namen?

🥊 Der Ring als Bühne – und als Prüfstein

Ahavat Gordon vs. Ali Koyuncu – kompletter Kampf

Der Ring ist kein stiller Ort.
Er ist laut, hart, kompromisslos.

Und doch betritt ihn dieser junge Mann oft mit Kippa und Zizit – Zeichen seiner jüdischen Identität. (Wikipedia)

Ein Bild, das irritiert.
Und gleichzeitig berührt.

Im Februar 2026 trat er gegen einen türkischen Gegner an – ein Kampf, der bereits im Vorfeld politisch aufgeladen war.
Er gewann durch technischen K.o. und blieb ungeschlagen. (The Times of Israel)

Doch vielleicht war der eigentliche Sieg ein anderer:

Dass ein junger Mensch sichtbar sagt:
Ich verstecke nicht, wer ich bin.



 

🌿 Zwischen Glaube und Kraft

In Interviews spricht er nicht nur über Technik oder Training.
Sondern über Vertrauen.

„Alles kommt von Gott“, sagte er nach einem seiner Kämpfe. (ynetglobal)

Es ist ein Satz, der leicht gesagt ist –
aber schwer zu leben, besonders in einer Welt voller Druck, Konkurrenz und öffentlicher Aufmerksamkeit.

Und doch scheint genau darin seine Kraft zu liegen:
Nicht im Trotz.
Nicht im Lärm.
Sondern in einer stillen Ausrichtung.

 

🥊 Ein Sieg, der über den Ring hinausging

Im Februar 2026 trat Ahavat HaSchem Gordon in Litauen gegen den türkischen Kämpfer Ali Koyuncu an – ein Duell, das weit mehr war als nur ein sportlicher Wettkampf. Schon im Vorfeld war die Atmosphäre geladen: politische Spannungen, provokante Aussagen, ein fast greifbares Knistern in der Luft. Doch im Ring selbst sprach schließlich nur noch die Bewegung, die Präzision, die Entschlossenheit. Gordon dominierte den Kampf von Beginn an, schickte seinen Gegner mehrfach zu Boden und beendete das Duell schließlich durch technischen K.o. in der zweiten Runde.

Und während draußen viele über Politik sprachen, geschah im Inneren des Rings etwas anderes:
Ein junger Mann blieb bei sich. Klar. Fokussiert. Unerschütterlich.

            Screenshot der Live-Berichterstattung (rechtes Eck: die israelischen Reporter feiern den Sieg)

Vielleicht war es genau das, was diesen Moment so besonders machte –
nicht nur der Sieg, sondern die Art, wie er errungen wurde.


Bilder: Public Domain
Text: Rosebud

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Sonntag, 15. März 2026

Itzik und Ruti (die besten Sandwiches in Tel Aviv)

 

 

                                                   Vorher...


                                                        ...heute


Das Wort "legendär" wird zu oft benutzt, aber auf "Izik und Ruti" trifft es auf jeden Fall zu.

Als die Nacht zum Tag wurde

Alles fing 1957, als das verheiratete Ehepaar Izik und Ruti Fleischer auf der (damals noch nicht legendären) Sheinkin-Strasse einen kleinen Sandwich-Laden aufmachten, und dort alles - vom Brot bis zu den Zutaten in einer winzigen Küche per Hand, und mit viel Liebe zubereiteten...

Als Getränk gab es eine Auswahl von verschiedenen Frucht-Schorles, in Israel als "Gazoz" bekannt.
 
                                                                   Sandwich und Gazoz

Ihr Sohn David, der den Nachnamen zu Shachaf hebräisierte half in der Küche mit später sollte er selbst den Laden führe, zusammen mit seiner Frau Schuli.

                                                          David und Schuli

Aber wir greifen vor.

Die ungewöhnlichen Öffnungszeiten (3 Uhr Nachts bis 12 Uhr mittags) haben Izik und Ruti einem Zufall zu verdanken:

Als David bei seinen Eltern aushalf, arbeitete er nebenan bei der Zeitung "Dawar". Und dort wurde oft die Nacht zum Tag, denn die Deadline, bevor die Zeitung in den Druck geht, ist oft in der Mitte der Nacht.

Als Davids Kollegen hörten, dass er in einem Sandwich-Laden aushilft, baten sie ihm, frische Sandwiches mitzubringen.

Und so kam es, dass "Izik und Ruti" den Journalisten um 3 Uhr nachts frische Sandwiche machte, und den Laden zumachten, als ihnen das Brot/ die Zutaten/ die Schorle ausging - meistens 12 Uhr mittags am drauffolgenden Tag.

Legende - bis zum (vorläufigen) Ende

Bald sprach sich das Wort herum, und vor allem Partygänger kamen zwischen 3 und 6 Uhr früh zur "After-Party" in die Sheinkin.
 
Aber auch Marathonläufer, die nicht in die Hitzewelle hineinrennen wollten, kamen in den frühen Morgenstunden zu Izik und Ruti angelaufen, um sich Kohlenhydrate und Proteine für den Sport zu holen.

In den Morgenstunden waren es meist Leute auf dem Weg zur Arbeit sowie junge Eltern, die in dem winzigen Laden auf Sheinkin 57 sich hineindrückten, und in einer langen Schlange auf ihre Sandwiche warteten.

Und für jeden war etwas dabei!

                                               So ein Sandwich gab es nur bei Izik und Ruti

63 Jahre lief das so, und für jeden war klar: ein Besuch in Tel Aviv ist kaum etwas wert, wenn man nicht die Sheinkin Strasse besucht, und ein Besuch auf der Sheinkin ist nicht das Wahre - ohne einen Abstecher bei Izik und Ruti!

Und dann kam Corona. Zuerst Lockdown, und dann Social Distance. David und Shuli, die schon nicht mehr die Jüngsten waren, mussten ihren Sandwich-Laden mehr schliessen als offen halten. Nachfolger hatten sie keinen (ihre Kinder leben in Amerika, und auch wenn nicht, waren sie nicht an einer Karriere in einem Sandwichladen, für den man sich noch dazu die Nacht um die Ohren schlagen muss, interessiert.)

Sie machten zu.

Das Comeback

Aber erstens kommt es anders, und zweitens, als man denkt. Oder "Totgesagte leben länger".
3 Jahre nach der Schliessung (also 2023) fragte ein junger Unternehmer, der in einer anderen Location - auf Frishman - einen Sandwich-Laden im Stil von Izik und Ruti aufmachen wollte, bei David nach, ob er den Namen und die Sandwiches benutzen dürfe.

Eine wahrhafte Chutzpe (Unverschämtheit) - aber zu seiner Überraschung war Davids Antwort: "ja"!

Und so gibt es jetzt wieder "Sandwiches mit Seele" bei Izik und Ruti - neu ist das Koscherzertifikat und auch einige vegane Sandwiche. Die Öffnungszeiten sind zwar nicht so verrückt wie früher, aber die Sandwiches immer noch Weltklasse!

Und manchmal schaut David Shachaf vorbei, und wenn man Glück hat, bereitet er selbst die Sandwiches vor.

Bilder: Public Domain
Text: Rosebud

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