Sonntag, 22. Februar 2026

Chilik Frank: Shtreimel und Klarinette

 

 

 

                                                                          Chilik Frank


Es war einmal ein Dachboden. Und auf diesen Dachboden lag eine unbenutzte Klarinette...

So fängt die unglaubliche Geschichte eines der talentiertesten Musiker unserer Zeit an: Chilik Frank, ein chassidischer Jeschiwebocher aus Bnei-Brak, findet im Alter von 16 besagte Klarinette am Dachboden seiner Eltern, und fängt an, mit dem Instrument herum zu experimentieren. Stundenlang. Es ist Liebe auf den ersten Blick!

Seine Eltern, die in ihm eher einen Rabbiner als einen Musiker sehen, stimmen zu, dass er Privatstunden nimmt - und in sehr kurzer Zeit spricht es sich in ganz Bnei-Brak, später ganz Israel herum, dass ein junger Mann die Klarinette wie sonst kaum jemand spielt!

Frank tritt daraufhin bei Feierlichkeiten auf (Bar-Mitzwot, Hochzeiten usw.), und fängt bald an, eigene Konzerte zu geben und Alben zu produzieren, vor allem traditionelle jüdische Lieder und Klezmer. Das war in den 1990er...

Inzwischen hat Chilik Frank seine eigene Band, und ist auch ausserhalb der Grenzen Israels sehr beliebt: So erhielt er 2011 den 1. Preis beim renommierten Jüdische Musik Festival in Amsterdam...

Und so erfreut Frank die Welt mit chassidischer Musik und Klezmer, und der Klarinette, der er die schönsten Töne entlockt.

Text: Rosebud

Foto: Public Domain

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Sonntag, 15. Februar 2026

Wir ziehen den Hut: 20 Jahre seit Shoshana Damaris Tod

 

 Zur Erinnerung an eine Stimme, die wie Kalaniyot blühte


Shoshana Damari 1961

Am 14. Februar 2006 verstummte eine der bedeutendsten Stimmen Israels – und doch klingt sie bis heute nach. Zwanzig Jahre später ziehen wir den Hut vor einer Frau, deren Gesang Generationen begleitet hat: Shoshana Damari.

Ihre Stimme war rauchig und warm, kraftvoll und zugleich voller Zartheit. Man nannte sie nicht ohne Grund die „Königin des hebräischen Liedes“. Sie war mehr als eine Sängerin – sie war Klang gewordene Erinnerung.

Von Dhamar nach Tel Aviv

Geboren wurde Shoshana Damari am 31. März 1923 im jemenitischen Dhamar. Als Kind kam sie mit ihrer Familie ins damalige Palästina. Früh zeigte sich ihr außergewöhnliches Talent. Bereits als Jugendliche trat sie im Radio auf – und wurde bald zu einer Stimme, die das junge Land prägte.

Ihre Lieder begleiteten Soldaten, Familienfeste, Trauerfeiern und Hoffnungen. Sie sang von Liebe, Heimat, Sehnsucht und Stärke.

Kalaniot – Wenn Lieder blühen

 

Untrennbar mit ihrem Namen verbunden ist das Lied „Kalaniot“.

Die Kalaniot – Anemone coronaria – sind Israels Nationalblumen. Zwischen Januar und März überziehen sie den nördlichen Negev mit einem leuchtend roten Teppich. Ihre roten Blüten mit dunklem Zentrum symbolisieren Erneuerung, Widerstandskraft und Hoffnung.

Jedes Jahr feiert das Land dieses Naturschauspiel beim „Darom Adom“-Festival – dem „Roten Süden“.

Wie passend, dass ausgerechnet dieses Lied zu ihrem Vermächtnis wurde. Während Shoshana Damari im Sterben lag, sangen Familie und Freunde „Kalaniot“ an ihrem Bett.

Blumen im Wind. Musik im Herzen.

Eine Stimme, die bleibt

Bis ins hohe Alter stand Damari auf der Bühne. Sie arbeitete mit jüngeren Künstlern zusammen, unter anderem mit dem Idan Raichel Project, und zeigte, dass Musik keine Generation kennt.

Zwanzig Jahre nach ihrem Tod ist sie noch immer präsent – in Archiven, in Playlists, in Erinnerungen.

Wie die Kalaniot blüht ihre Stimme weiter. Jedes Jahr neu. 

Persönlicher Gedanke

Manche Stimmen altern nicht.
Sie verweilen wie ein Duft im Garten, wie Blüten im Wind, wie ein Lied, das man leise mitsummt, ohne zu merken, dass es längst Teil der eigenen Geschichte geworden ist.

Wir ziehen den Hut – vor einer großen Künstlerin. Vor einer starken Frau. Vor einer Stimme, die bleibt.

 
Bilder: Public Domain
Text: Rosebud

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Sonntag, 8. Februar 2026

Ein stilles Wahrzeichen im Herzen von Tel Aviv

 

100 Jahre Große Synagoge Allenby

 Große Synagoge Allenby – Außenansicht
Tel Aviv, Allenby Street. Zwischen hupenden Bussen, schattigen Straßencafés und dem ewigen Kommen und Gehen der Stadt erhebt sich ein Bauwerk, das leise von Geschichte erzählt: die Große Synagoge an der Allenby‑Straße. Im Jahr 2025 blickt sie auf 100 Jahre Geschichte zurück – ein Jahrhundert voller Wandel, Hoffnung und Erinnerung.


Ein Traum aus den 1920er‑Jahren

Als Tel Aviv noch jung war, entstand der Wunsch nach einem repräsentativen geistlichen Zentrum. 1922 entwarf der Architekt Yehuda Magidovitch die Große Synagoge. Der Bau kam jedoch nur schleppend voran – erst die finanzielle Unterstützung von Baron Edmond de Rothschild machte die Fertigstellung möglich.
1926 war das Gebäude vollendet, 1930 wurde es feierlich eingeweiht. Die Synagoge wurde schnell zu einem Mittelpunkt religiösen und gesellschaftlichen Lebens.

Licht, Glas und Erinnerung

Buntglasfenster der Großen Synagoge
Besonders eindrucksvoll ist der Innenraum: eine hohe Kuppel, weite Hallen und die berühmten Buntglasfenster, die an zerstörte Synagogen Europas erinnern. Wenn das Sonnenlicht durch das Glas fällt, scheint die Vergangenheit für einen Moment greifbar nah.
Diese Fenster sind stille Mahnmale – und zugleich Symbole des Weiterlebens.


Wandel der Stadt, Wandel der Synagoge

In den 1960er‑Jahren veränderte sich das Viertel rund um die Allenby‑Straße stark. Viele Gemeindemitglieder zogen weg, die Synagoge verlor an Bedeutung als alltäglicher Gebetsort.
1970 wurde sie umfassend renoviert und erhielt ihre heutige, markante Fassade mit Bögen und modernen Elementen. Seitdem steht sie nicht nur für religiöse Kontinuität, sondern auch für architektonischen Wandel.

Bewahren für die Zukunft

Große Synagoge Allenby – Detail
Heute ist die Große Synagoge Teil umfangreicher Restaurierungs‑ und Erhaltungsprojekte. Ziel ist es, sie als historischen Ort, kulturelles Erbe und lebendigen Bestandteil der Stadt neu zu positionieren.
Ein Ort der Stille – mitten im urbanen Puls.


Ein persönlicher Gedanke

Vielleicht geht man an ihr vorbei, ohne stehen zu bleiben. Vielleicht betritt man sie nur für einen kurzen Moment. Doch wer innehält, spürt: Diese Mauern haben vieles gesehen. Und sie erzählen weiter – leise, würdevoll, seit nunmehr 100 Jahren

Bilder: Public Domain
Text: Rosebud

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Sonntag, 1. Februar 2026

Tu BiShwat - das Neujahrsfest der Bäume

 

 

 

 

 

 



Heute ist es soweit - es wird TubiSchwat gefeiert, das Neujahrsfest der Bäume!

Das Fest hat seinen Ursprung Anfang bereits im ersten Jahrhunder der modernen Zeitrechnung: Das Haus Hillels, eines der renommiertesten jüdischen Denker aller Zeiten hat es als "Neujahrsfest der Bäume" festgelegt. Der Grund ist, dass damit das Ende der Regenszeit und der Beginn der Einpflanzzeit in der Landwirtschaft eingeleitet wird.
TubiSchwat heisst "15. des Monats Schwat", und da Schwat, wie alle Monate des jüdischen Jahres, ein Mondmonat ist, ist am Vorabend (also heute nacht), Vollmond. Nachdem der Vollmond die Nacht erleuchtet hat, geht die Sonne vor wahrhaft blühenden Landschaften aus, insbesonders jetzt, nach dem starken Regenfall in Israel letzter Woche.

Es gibt dann einige Bräuche, die meist landwirtschaftlichen Ursprungs haben: So pflanzt man Bäume und Pflanzen (nach einiger Tradition 15, da es ja der 15. des Monats ist), isst Fruchtsalat und Obst, und vor allem isst man eine Frucht, die man das ganze jüdische Jahr noch nicht gegessen hat. Darauf gibt es dann einen ganz besonderen Segensspruch.

Eine weitere Tradition ist es, einen "Frucht-Sederabend" zu haben, wo die Familie - dem Pessachfest anlehnend - am Tisch sitzt, und in gemütlicher Runde Früchte und Gemüse der Saison einnimmt.

Na denn: Fröhliches Neujahrsfest der Bäume!

Bild und Text: Rosebud

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