Sonntag, 12. April 2026

🌿 90 Jahre öffentliches Radio und Fernsehen in Israel - Rosenduftgarten gratuliert!

 

Eine Reise durch Stimmen, Bilder und Erinnerungen

Es gibt diese Stimmen, die bleiben.
Nicht laut, nicht aufdringlich – aber vertraut.
So vertraut, dass sie Teil eines Landes werden.

In Israel begann alles nicht mit Fernsehen, nicht mit Bildern –
sondern mit einer Stimme aus dem Äther.

đŸ“» Die ersten Töne – „Jerusalem Calling“

Das Land stand noch unter britischem Mandat. Und irgendwo zwischen politischen Spannungen und kulturellem Aufbruch ging eine Radiostation auf Sendung:
„Jerusalem Calling“.

Sie sendete in drei Sprachen – Englisch, HebrĂ€isch und Arabisch – und trug viele Namen:
„Kol Jeruschalajim“, „Iza'at al-Quds“.

Es war mehr als Technik.
Es war ein Versprechen:
Dass Menschen sich hören können – auch wenn sie sich nicht sehen.

                                                     Radiozentrale, Jerusalem, 1943




đŸ‡źđŸ‡± 1948 – Die Stimme eines neuen Staates

Als Israel gegrĂŒndet wurde, war das Radio bereits da.
Und es war bereit.

Die Stimme von „Kol Israel“ begleitete die UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung – fast in Echtzeit.

                                              Radiomoderator Joram Ronel (1959)

Man stelle sich das vor:
Ein Land entsteht – und gleichzeitig entsteht sein Klang.

In den folgenden Jahrzehnten wurde das Radio zum Alltagsbegleiter:
Nachrichten, Musik, Stimmen aus der Diaspora.
Programme wie „Reshet Bet“ oder „Reshet Gimel“ prĂ€gten Generationen.

                                                 Konzertaufnahme in Jerusalem

đŸ“ș Der Schritt ins Bild – Fernsehen kommt spĂ€t

WÀhrend andere LÀnder lÀngst fernsehen, zögert Israel.
Erst 1968 beginnt der regulÀre TV-Betrieb.



Und Farbe?
Die kommt noch spĂ€ter – erst Anfang der 1980er Jahre.

Es war eine Zeit, in der Fernsehen noch etwas Besonderes war.
Ein Ereignis.
Ein gemeinsames Erlebnis im Wohnzimmer.

🏛️ Die Ära der Rundfunkbehörde

1965 wurde die Israel Broadcasting Authority (IBA) gegrĂŒndet –
eine Institution, die jahrzehntelang das öffentliche Leben begleitete.

Sie hatte ein Monopol, lange Zeit zumindest.
Und sie prÀgte das kollektive GedÀchtnis:

  • Staatszeremonien
  • Eurovision (ja, auch das!)
  • historische Besuche wie jener von Anwar Sadat
  • Nachrichten, die Geschichte schrieben

Radio und Fernsehen waren nicht nur Medien –
sie waren BĂŒhne, Archiv und Spiegel zugleich.

📡 Wandel, Kritik und Neubeginn

Die 1990er Jahre brachten Konkurrenz:
Privates Fernsehen, Kabel, Satellit.

Die alte Rundfunkbehörde geriet unter Druck.
Zu teuer, zu schwerfĂ€llig, zu wenig modern – so lauteten die VorwĂŒrfe.

2017 dann der Schnitt:
Die IBA wurde geschlossen.

Und etwas Neues begann.

🌐 „KAN“ – öffentlich-rechtlich im digitalen Zeitalter

Seit 2017 sendet die Israelische Rundfunkgesellschaft „KAN“.

Radio, Fernsehen, Streaming – alles aus einer Hand.
Und mit einem klaren Auftrag:
unabhĂ€ngig, vielfĂ€ltig, fĂŒr alle Teile der Gesellschaft.

Heute erreichen die Inhalte Milliarden Aufrufe jÀhrlich.

Aber das Entscheidende ist geblieben:
die Stimme.

🎙️ 90 Jahre – und kein bisschen leise

Zum JubilĂ€um blickt Israel zurĂŒck –
auf Archivaufnahmen, legendÀre Moderatoren, historische Momente.

Man hört wieder alte Stimmen.
Man erinnert sich.

Und man merkt:
Medien sind mehr als Information.

Sie sind Erinnerung.
Sie sind IdentitÀt.
Sie sind ein Echo der Zeit.


🌿 Vielleicht ist es das, was bleibt:
Nicht das GerÀt.
Nicht die Technik.

Sondern das GefĂŒhl,
dass irgendwo jemand spricht –
und man selbst zuhört. 


Fotos: Public Domain

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