"Als sie mir sagten, dass ich noch einmal eine Beschneidung über mich ergehen lassen muss, antwortete ich: 'Von mir aus. Aber wisst nur, dass drei Beschneidungen nicht Regeln einer Religion sind - DAS ist ein FETISCH" (Yisrael Campbell, aus "Circumsize me")
Der 1963 als Christian Campbell in Philadelphia geborene Comedian hat in der Tat drei Beschneidungen über sich ergehen lassen - denn er trat dreimal zum Judentum über; Einmal Reform, einmal Konservativ, und dann Orthodox. Doch er nimmt es gelassen, mit Humor - und hat darauf seine Karriere als Stand-Up-Komiker aufgebaut.
So meinte der seit dem Jahr 2000 in Jerusalem lebende Campbell über Sicherheitskontrollen bei Flügen von Israel:
"Die Sicherheitsleute sehen einen orthodoxen Juden mit Kaftan, Schäfenlocken und Bart vor sich, auf dessen Pass der Name 'Christian' steht. Da fragen die erst gar nicht, ob ich selber gepackt habe. Sie wollen wissen, wo die Bombe ist!"
Ob er - wie der Zahnarzt bei "Seinfeld" - wegen der jüdischen Witze übergetreten ist, ist unbekannt. Was er mit dem fiktiven Zahnarzt gemeinsam hat, ist die Tatsache, dass er "Witz-Immunität" der drei monotheistischen Religionen hat, denn der als Katholik geborene ("ich war so gläubig, dass ich übergetreten bin, um der Hölle zu entkommen") Campbell war mit einer ägyptischen Muslime liiert, bevor er zum Judentum übertrat - dazu meinte er einst: Die Geschichte vom Pessach-Fest über den Auszug aus Agypten führte bei uns immer zum Streit - sie war für "Team Pharao", ich für "Team Moses"...
Aber auch das Judentum bekommt - siehe oben - oft sein Fett ab. So meinte er über Chanukah: "Da zündet man die zweite Kerze vor der ersten an, damit man auf die Gefühle EINER KERZE Rücksicht nimmt! Ach, wie oft denke ich - 'warum bin ich keine Chanukakerze?'"
Inzwischen ist Yisrael Campbell gut in Israel eingelebt, verheiratet und hat Kinder - und auch das ist Teil seiner Routine: "Grösse 0 für Babykleidung - wenn das Baby 0 Kilo wiegt, braucht es vielleicht gar keine Kleidung, oder?" Zudem scheut er sich nicht vor politischen Themen, und war u.a. Teil der sehr erfolgreichen "Israeli-Palestinian Comedy Tour".
Zum Abschluss die neueste Erfindung von Yisrael Campbell: Das J-Phone ("what, you don't come with a bottle of Schnapps?") - na dann, L'Chaim! Auf den jüdischen Humor!
„François Lemoyne - Perseus and Andromeda - WGA12656“ von François Lemoyne - Web Gallery of Art: Image Info about artwork. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fran%C3%A7ois_Lemoyne_-_Perseus_and_Andromeda_-_WGA12656.jpg#/media/File:Fran%C3%A7ois_Lemoyne_-_Perseus_and_Andromeda_-_WGA12656.jpg
...und in seiner modernen Form, als Luxuswohngegend in Jaffa:
Griechische Mythologie: Um die Arroganz ihrer Mutter zu strafen, die die Tochter, Andromeda, für schöner als die Nereiden hält, schickt Poseidon ein Seeungeheuer und eine Flut. Um das Land von dieser Plage zu befreien, wird Andromeda nach dem Spruch eines Orakels an einen Felsen am Meer geschmiedet, um dem Ungeheuer geopftert zu werden. Perseus befreit Andromeda und heiratet sie - sie gebiert ihm viele Kinder, u.a. Perses, der Stammvater der Perserkönige. Auch ist sie eine Vorfahrin von Herkules...
Israelische Realität
Beim Hafen von Jaffawird Andromeda, die Luxuswohngegend, nach dem Spruch eines Orakels (von Inmobilienentwickler) an einen Felsen am Meer geschmiedet.
Aussicht aus eine der Wohnungen
Die Miet- und Kaufpreise sind horrend, die Architektur und Lage erinnert an Toskana - und sowohl die Nähe zum Meer, als auch der Cocktail beim Swimming-Pool der Anlage lassen die Herzen höher schlagen
Swimming-Pool der Anlage
Auch die Mütter und Väter des modernen Andromedas halten sie schöner als die Nereiden - und die Kritiker der Anlage - die, die "Old Yafo" nostalgisch und altbacken lassen wollen - finden, dass es die Anlage selbst ist, die das Monster ist.
Und während die Bewohner sich im Paradies fühlen, warten die Nachbarn auf Perseus, der sie rettet.
Bilder und Text: Rosebud Nachbildung des Andromeda-Gemälde: Public Domain (Fotokredit unter Foto)
Ab Donnerstag abend wird in Israel Schawuot, das jüdische Wochenfest, gefeiert.
So wie die meisten Feiertage hier hat das Fest eine spirituelle wie eine landwirtschaftliche Bedeutung. Spirituell wird sich an die Offenbarung am Berg Sinai und die Zehn Gebote erinnert. Landwirtschaftlich ist dies das Fest der Erstlingsfrüchte.
In der hebräischen Bibel hat Shavuot mehrere Namen, zum einen Wochenfest (Shavuot), Fest der Ernte und Tag der Erstfrüchte. Die vielen Namen spiegeln die verschiedenen Bedeutungen, die das Fest hat, wider. So wird an den Empfang der zweiten Zehn Gebote (Gesetzestafeln) am Berg Sinai erinnert. Die ersten zehn Gebote hat Mose, zerschmettert, weil das Jüdische Volk das Goldene Kalb anbetete. Darauf ging Moses wieder auf die Spitze des Berg Sinais, um die neuen zehn Gebote zu erbitten. Dieses Mal mussten die Juden sich die zehn Gebote verdienen, indem sie die 50 Tage vom Pessachfest bis Schawuot beteten. Beim ersten Mal wurden ihnen die zehn Gebote geschenkt.
Die Zehn Gebote stehen im Mittelpunkt der Toralesung. Sie werden unter Begleitung einer besonderen Melodie vorgelesen, und während sie vorgelesen werden, steht die ganze Gemeinde.
Schawuot ist außerdem ein Erntedankfest, da zu dieser Zeit in Israel Weizen geerntet wird.
Das Wochenfest bildet den Abschluss der Frühlingsfeste, zu denen Pessach auch gehört. Lesungen des Buches Ruth, das die Geschichte der Konvertierung von Ruth, der Urgroßmutter König Davids, erzählt und die Zehn Gebote stehen im Mittelpunkt. Die Synagoge wird geschmückt. Traditionell wird Milch getrunken, milchige Speisen (Eierkuchen mit Quark, Käsekuchen usw.) und Honig gegessen, da die Tora mit Milch verglichen wird, die das Volk Israel wie ein unschuldiges Kind begierig trinkt. Auch geht es ja um "das Land, wo Milch und Honig fließt."
Orangen: Auch sie Erstlingsfrüchte
Insbesonders in den landwirtschaftlichen Siedlungen, den Kibbutzim und Moshawot, wird Shavuot mit großen Festlichkeiten gefeiert. Die Erstlingsfrüchte werden in Traktoren der Öffentlichkeit feierlich, mit Musik und Parade präsentiert.
Hier ein paar Fotos der Festlichkeiten:
In den letzten paar Jahren wurde eine neue Tradition hinzugefügt: Die Neugeborenen des Jahres werden feierlich präsentiert: Auch sie sind "Erstlingsfrüchte"
Erstlingsfrucht der anderen Art
Zum Schluß werden die Kinder mit dem Traktor durch das Kibbutz oder Moshav gefahren.
Und dann gibt es natürlich noch eine festliche Mahlzeit:
Fröhliches Shavuot!
Text und Bilder: Rosebud
Mehr zu Schawuot und anderen Themen gibt es auf unserer Facebook-Seite
Denkt man an Heidi, dann denkt man an schneebedeckte Schweizer Berge, die sich nur manchmal öffnen, um farbenfrohe Blumen zu zeigen. Man denkt auch an dieses ur-europäische Mädchen, das entweder deutsch oder schwytzerdytsch spricht, Heidi eben, mit ihren großen Kulleraugen, und der hellen Haut, die noch nie richtig heiße Sonne erfahren hat...
Nicht aber denkt man an den Nahen Osten, an die Wüste, die Hitze, das rauhe Klima, lautes Geschrei am Markt etc. Und doch gibt es eine Verbindung: Denn die Heidi-Bücher wurden alle ins Hebräische übersetzt, und erfreuten und erfreuen sich hier größter Beliebtheit. Aber auch die Fernsehserie war ein voller Erfolg!
Und da Kinderfilme und -serien, im Gegensatz zu Programmen für Erwachsene, in Israel nicht mit Untertitel versehen werden, sondern synchronisiert, spricht Heidi fließend Hebräisch. Sie hat hier auch einen Kosenamen - "Heidi Bat Harim" (Heidi, die Tochter der Berge). Sie ist so beliebt, dass man Naturfreunde, Wanderer und Skifahrer oft als "Heidi Bat Harim" bezeichnet.
Aber sie ist nicht die einzige, bei weitem nicht: So weiß jeder, ob Groß oder Klein, wer die "Dvora Maya" (Biene Maja) ist - nämlich die beliebteste Biene Israels (von den diversen Supermodels hier mal abgesehen)! Und auch sie spricht fließend Hebräisch - ebenso wie Karel Gott, der das Titellied "Biene Maja" auf Hebräisch singt (bzw. jemand anders zu seiner Melodie)...
Der Höhepunkt ist aber die wohl deutscheste aller Kinderfiguren, genauer gesagt - die ur-bayrischste: Ja, der PUMUCKL ist wieder da, und heisst in seiner Nahostversion: "Pumucki". Auch er erfreut sich bei Groß und Klein außerordentlicher Beliebtheit. Es geht sogar so weit, dass man als Spitznamen für Rotschopf oft (außer Gingi, das ist der Haupt-Spitzname) "Pumucki" hört.
Und so hört sich die Titelmelodie auf Hebräisch an!
Bild: Public Domain Text: Rosebud
Videos zu synchronisierten deutschen Fernsehserien gibt es auf der Facebook-Seite