Dienstag, 22. Dezember 2020

Fröhliches Weihnachts...ähm, Nittelfest!

 


                                             Weihnachtsbaum oder Schachbrett, das ist hier die Frage!

Morgen, während alle guten Christen zur Mitternachtsmesse gehen und mit der Familie bei einem Festmahl Weihnachten feiern und Geschenke öffnen, sitzt dann jeder vor dem Holzofen und hört sich Großpapas Geschichten an. Und die Straßen sind leer - oder?

Nicht ganz, denn natürlich gibt es sowohl in Europa als auch in Amerika bekanntlich ein paar Minderheiten, die nicht Weihnachten feiern. In Amerika waren das traditionell Juden und Chinesen (also Buddhisten) - und so weiß man sich zu erzählen, dass es eine klassische jüdische Tradition ist, an Weihnachten chinesisch essen zu gehen. Eine weitere Tradition ist es, ins Kino zu gehen - dort trafen sich Juden, Chinesen, Inder und jede nicht-christliche Minderheit, die in Amerika eintraf (und ein paar Atheisten)...

Aber noch lange vorher, im Schtetl in Polen, gab es eine andere jüdische Tradition: Das Nittel-Fest. Über die Herkunft des Wortes "Nittel" streiten sich die Forscher. Was klar steht, ist, dass es von chassidischen Juden an Weihnachten gefeiert wurde. Bekanntlich feiern Juden nicht Weihnachten, und so - wohl auch, um sich nicht zu alleingelassen zu fühlen - führten chassidische Rabbiner das Nittel-Fest ein, ein Fest, bei dem man sich ausnahmsweise nicht dem Talmud-Studium widmet, sondern Aktivitäten, zu denen man als religiöser Jude normalerweise nicht die Zeit hat.

Am Bekanntesten hierbei ist das Schachspielen: Man weiß sich zu sagen, dass Chabad-Chassidim bis zum heutigen Tag an Weihnachten/Nittel Schachtourniere durchführen, die oft die ganze Nacht andauern.

In der Nittel-Nacht (so wird Nittel auch genannt), die es bereits seit dem 16. Jahrhundert gab, war das Kartenspielen eine weitere Tradition, mit der sich die jüdischen Gemeinde die Zeit vertrieb, während rundherum aus allen Häusern "Stille Nacht" erklang.

Und so schafften es die jüdischen Gemeinden, auch an dem Tag, an dem sie oft nicht einmal das Haus verlassen durften, viel Freude zu haben.

Heutzutage ist von der Nittel-Tradition wenig erhalten geblieben. Das ist vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass sich die christlich-jüdischen Verhältnisse in den meisten Ländern Europas verbessert haben, und es Juden weder verboten ist, an Weihnachten auf die Straße zu gehen, noch sie sich den ganzen Tag mit dem Talmudstudium beschäftigen, und keine Zeit haben, Schach zu spielen.

In Israel gibt es noch einige chassidische Juden, die ihre Schachtourniere heute abhalten. Und die Christen in Nazareth und Jerusalem feiern natürlich auch weiterhin Weihnachten.

Allen Lesern: Ein frohes Fest heute, was immer es auch sein mag!

Und schon einmal EIN GUTER RUTSCH INS NEUE JAHR

Bilder: Public Domain
Text: Rosebud

Sonntag, 13. Dezember 2020

Verletze nie die Gefühle einer Channukahkerze!

 




...was es damit auf sich hat, und warum sich ein Standup-Komiker manchmal wünscht, er wäre eine Channukah-Kerze - das gibt es auf unserer Facebook-Seite

Bild: Public Domain
Text: Rosebud

Montag, 7. Dezember 2020

Fröhliches Channukah-Fest - und "May the Force be with you"

 

 


Am Sonntagabend wird wieder Channukah gefeiert - und gleichzeitig kommt der neue Star Wars Film in die Kinos.

Aber erst einmal zu Chanukah:

Öl spielt an Chanukah eine sehr große Rolle:

Da ist zunächst das Wunder der Öllampe zu erwähnen. Als die Makkabäer nach dem erfolgreichen Aufstand gegen die Griechen den Tempel in Jerusalem zurückeroberten, fanden sie ihn entweiht und entheiligt vor. Der Anblick muss ein schrecklicher gewesen sein. Jedoch fand sich eine reine Öllampe, die aber nur genug Öl für eine Nacht hatte. Das Wunder der Öllampe ist es, dass sie nicht eine, sondern 8 Tage brannte, genug Zeit, um den Tempel wieder zu säubern.



                                                  Chanukiah für Olivenöl statt Kerzen


Als Erinnerung an dieses Wunder ist es Brauch, ölige Speisen zu essen. Vor allem erfreut sich die "Sufganiya" (Krapfen) an Beliebtheit bei groß und Klein: Das ist ein mit Marmelade (oder Vanilla) gefüllter Krapfen, der in tiefen Öl gebacken wird, und dann mit Puderzucker bestäubt wird. Manche bevorzugen ihn aber mit Schokolade glasiert.

Bilder und Text: Rosebud

 Mehr zu Chanukah - und zu Star Wars und Chanukah gibt es auf der Rosenduft-Facebook-Seite

Samstag, 5. Dezember 2020

Vorfreude auf Chanuka!

 


Nächsten Donnerstagabend fängt das Channukah-Fest an: Da wird es eine Woche lang in ganz Israel rund gehen, mit Kerzenzünden, viel Musik und Feiern, den berühmten "Sufganiot"-Krapfen und und und.


Mehr dazu ab nächste Woche.

Einen kleinen Vorgeschmack gibt es aber jetzt schon auf unserer Facebook-Seite.

Viel Spass!
Rosebud

Montag, 30. November 2020

WE ARE THE CHAMPIONS - und Linoy ist die BESTE!




Auch in Corona-Zeiten gibt es manchmal gute Nachrichten - heute gleich drei:

- Bei der WM des Wandsteigens haben zwei Israelis, einer davon der Champion der ersten "Ninja Israel" Saison eine Medaille gewonnen.

- Bei der Windsurf-Europameisterschaft hat Israel Gold und Silber erhalten.

- die grosse Nachricht ist aber Rhythmische Gymnastik - eine Disziplin, wo sich Israel Hoffnung auf Medaillen bei den Olympischen Spielen in Tokyo 2021 macht. Und zu recht - denn bereits am Freitag gewann das israelische Team unter der Leitung von Juliana Telegin Gold, hier das Siegerfoto:


 

Und dann kam Linoy Ashram - kam, tanzte - und siegte:



Hier das Video ihrer Performance, die alle mit offenen Mund stehen lassen hat, und die ihr verdientermassen das Gold einbrachte:


Kurzum: WE ARE THE CHAMPIONS - und Linoy ist die BESTE!

Bilder und Video: Public Domain

Text: Rosebud


Mehr dazu gibt es auf unserer Facebook-Seite

Sonntag, 22. November 2020

Photo Is:rael

 



                                              Photo Is:rael - auch 2020, Corona stoppt uns nicht!


Seit 2009 gibt es Photo Is:rael, eine jährliche Fotoausstellung aus Israel, mit Teilnehmern aus der ganzen Welt. Seit 2012 ist Photo Is:rael auch eine gemeinnützige Organisation, die das ganze Jahr lang Workshops und Seminare abhält - sowohl für Profis als auch für Amateure - und die den Bereich Fotografie in Israel unterstützt.

Auch Corona konnte sie nicht stoppen - im Gegenteil, es liefert ja unglaubliche Foto-Momente wie diesen:

                                             (Quelle: Flash 90)

Was Photo Is:rael 2020 so besonders macht, ist die Tatsache, dass trotz der Corona-Einschränkungen die Ausstellung auch physisch stattfindet - unter freien Himmel in Tel Aviv, Haifa und anderen Städten Israels - das sieht dann so aus:

                                               (Quelle: Photo Is:rael Facebook-Seite)

Und so kommen Israelis und Bürger der Welt auch dieses Jahr in den Genuß der besten Fotografie des Landes - wenn man sich den weltweiten Stand der Kunstbranche anschaut, ist das schon eine Errungenschaft, die seinesgleichen sucht.

Zum Abschluss ein Bericht (auf Englisch) von einer der Vorjahre:




Text: Rosebud
Facebook von Photo Is:rael:  https://www.facebook.com/photoisrael.org

Mehr zu Fotos in Israel, und nicht nur von Photo Is:rael, gibt es auf unserer Facebook-Seite


Donnerstag, 12. November 2020

Tel-Avivs und Jerusalems kleine Schwester

 

                                            Willkommen in Modi´in

Im Zentrum Israels, genau in der Mitte zwischen Tel-Aviv und Jerusalem liegt Modi´in. Benannt ist die Stadt, die auf dem Fuße der Judäischen Berge liegt, nach dem biblischen Modi´in, der Heimat von Mathatyahu, dem Stammvater der hasmonäischen Könige von Juda (siehe Buch der Makkabäer). Jedoch ist die genaue Lage der biblischen Stadt nicht bekannt, und das heutige Modi'in liegt wohl nicht 100%-ig in derselben Gegend.
                                           Biblisch, und doch ganz modern: Modi'in

Das heutige Modi'in hat wenig mit der biblischen Stadt zu tun: 1993 gegründet und 1996 bevölkert, ist es nicht nur geographisch eine Mischung aus Tel-Aviv und Jerusalem: Aus Jerusalem kamen viele, denen die Stadt zu religiös-fanatisch wurde (übrigens auch solche, die selbst religiös sind, aber eben nicht fanatisch). Und aus Tel-Aviv kamen viele, denen die Stadt zu teuer wurde.

Sie fanden eine Stadt vor, die Natur mit urbaner Ästhetik kombinierte, die den Lifestye von Tel-Aviv ohne dessen Luftfeuchtigkeit hatte, und wo Religiöse und Säkulare friedlich nebeneinander leben können (was in Jerusalem und Tel-Aviv unmöglich ist). Schon bald sprachen sich die Vorteile Modi´ins herum, zu denen auch ein exzellentes Bildungssystem der Stadt, Zugverbindung zum ganzen Land und ständige Entwicklung von neuen Parks und Seen gehörte.

                                           Mit dem Zug ist man schnell da



                                           Ausblick auf den neugebauten See mit Park

Im letzten Jahrzehnt hat sich Modi'ins Bevölkerungszahl verdoppelt, und nähert sich langsam, aber sicher den Zahlen von Tel-Aviv und Jerusalem an. Insbesonders kommen immer mehr junge Paare mit Kindern, denen sie Natur pur, eine gute Erziehung, die Vorteile einer Stadt und viel Aktivitäten für die ganze Familie anbieten können.

Und so ist auch die kleine, jüngere Schwester von Tel-Aviv und Jerusalem erwachsen geworden, und steht vollkommen auf eigenen Beinen. Besuch aus Deutschland kommt übrigens auch oft, da Modi'in Partnerstadt von Hagen (Westfalen) ist, und einen Jugendaustausch mit Ammerthal (Oberpfalz) hat.

               Gruss aus dem Bergen Judäas, von der kleinen Schwester Jerusalems und Tel-Avivs
                                                    Da muss man hin: Modi´in

Bilder und Text: Rosebud