Rosenduft: wohlriechendes und bemerkenswertes , (h)eilige und un(h)eilige Gedanken aus dem heiligen Land
Sonntag, 9. Juli 2023
Sinye - ein kulinarischer Wüstentraum
Sonntag, 2. Juli 2023
Das andere Bethlehem
Im Norden Israels, in der Galiläa-Region gibt es einen Ort, der Bethlehem heißt (ja, genauso wie der Ort bei Jerusalem). Dieses andere Bethlehem wird bereits im Buch Josua (19:15), im Alten Testament, erwähnt, und gehörte zu biblischen Zeiten dem Stamm Zevulun, weswegen es ursprünglich "Bethlehem von Zevulun" hieß, im Gegensatz zu "Bethlehem von Judäa" (das Bethlehem bei Jerusalem), was zum Stamm Judäa gehörte.
Nach einer Theorie ist DIESES Bethlehem DAS WAHRE Bethlehem, also der Ort, wo Jesus geboren wurde - was geographisch Sinn machen würde, da es viel näher zu seiner Wirkungsstätte Nazareth ist als das Jerusalemer Bethlehem.
So oder so zogen 1906 Mitglieder der deutsch-christlichen Templer nach Bethlehem ha-Galili (wie es bis heute bekannt ist) und bauten dort Häuser nach deutscher Manier, also mit Stein und roten Dachziegeln. Diese Templer beteten und betrieben auch Landwirtschaft. Leider schloß sich auch die Zweigstelle Bethlehem - ebenso wie Jerusalem und Haifa - in den 30er Jahren der Nazi-Partei an, und wurden von den Engländer aus Palästina vertrieben.
Heute ist Bethlehem ha-Galili ein pastoraler Moshav (landwirtschaftliche Siedlung), wo noch immer ein paar Templer-Häuser stehen, die an diese Zeit erinnerte. Es ist ein pastoraler Ort mit einer wunderschönen Aussicht, viel Grün (vor allem im Herbst) und wirklich eine Augenweide. Auf jeden Fall einen Besuch wert!
Hier ein paar Bilder:
Templer-Haus
die sehr ruhige Hauptstraße
Spaziergang im Dorf
Bilder und Text: Rosebud
Sonntag, 25. Juni 2023
50 Jahre Cinematheque Tel Aviv - Rosenduft gratuliert!
Lobby der Cinematheque Tel Aviv (Bild: Rosebud)
Die Zeit vergeht - wie vom Winde verweht (pun intended)...
Als die Cinematheque in Tel Aviv zum ersten Mal ihre Pforten öffnete, stand das Land kurz vor einem der schlimmsten Kriege (dem Jom Kippur Krieg). Man schrieb das Jahr 1973, Elvis Presley war noch am Leben, Woodstock gerade mal 4 Jahre her - und Israel feierte seinen 25. Geburtstag, ein SEHR junges Land!
Cinematheque Tel Aviv (Wikimedia Commons)In dem sehr industriell designten Gebäude wurden - und werden immer noch - Arthouse Filme gezeigt, die man sonst nirgendwo zu sehen bekam - wie auch? So gut wie niemand hatte einen Fernseher zuhause (und wenn, dann war es schwarz-weiss und hatte nur eine Fernsehstation), von Computer und Handys ganz zu schweigen...
Ausser Theater und Oper gab es also nur das Kino - und das zeigte meist kommerzielle Filme wie Der Clou (the Sting) - es sollten vier Jahre vergehen, bevor der erste Star Wars Film in die Kinos kam. Aber Kunstfilme, die von ausserhalb eingeweihter Kreise unbekannten europäischen Regisseuren gefilmt wurden, wo auch minutenlang nichts passieren konnte, und die Handlung in Orten spielte, die in keiner Postkarte vorkommt? No way!
Ja, und dann kam die Cinematheque - und endlich hatten Cineasten des Nahen Ostens ein Zuhause.
Seitdem ist viel (verschmutztes) Wasser in den Jarkon-Fluss geflossen, Israel hat eine blühende Filmindustrie mit vielen international renommierten Filmen, Regisseuren und Schauspielern - und bricht bei Netflix mit Serien wie "Fauda" oder "Shtissel" ständig neue Rekorde.
Aber damals, vor 50 Jahren, fing alles klein und bescheiden an - zunächst wurden hauptsächlich ausländische Filme gezeigt. Später gab man - beispielsweise mit DocAviv, einen der wichtigsten Dokumentarfilmfestivals - auch lokalen Filmemacher eine Chance. Weitere Events, für die die Cinematheque berühmt wurde, ist das Studentenfilmfestival (ISFF), das Spiritualitätsfilm-Festival, die Familienwochenenden - und auch Kurse, wo sich das Who-is-Who der Filmindustrie zum Besten gibt.
Rosenduft gratuliert zum 50. Geburtstag der Cinematheque Tel Aviv - auf die nächsten 50 Jahre!
Sonntag, 18. Juni 2023
Das Geheimnis des Abu Tabla
Abu Table - nicht der, für den man ihm hält
"Hier (in der Westbank) gibt es viele, die Märtyrer werden wollen. Und bei Euch (in Israel) gibt es Ben-Gvir und andere, der Todesstrafe für Terroristen einführen will. Warum kann man kein Treffen zwischen den beiden Gruppen organisieren? Die einen führen die Todesstrafe aus, die anderen werden Märtyrer, und alle sind glücklich! Walla, was für eine Idee! Euer Abu Tabla"
Wer ist Abu Table?
Wer ist Joni?
Joni "Abu Table" ("Table"= Trommel, sein Instrument) ist wie gesagt, ein begnadeter Musik, der mit seiner Band, die arabische Instrumentalmusik spielen, sogar Beduinen beeindruckt.
Samstag, 10. Juni 2023
Die Wüste lebt
Ganz im Süden Israels, in der Mitte der Negev-Wüste, taucht man in eine ganz andere Welt ein: Das Meer ist weit weg, grün sieht man hier nirgends, und man sieht nur Sand, soweit das Auge reicht...
Aber nicht nur die Landschaft ist anders: Steigt man in Beer Sheva von der Zugstation aus, kann man evtl. denken, dass man in Saudiarabien gelandet ist - die Frauen tragen lange, schwarze Schleier, die alles verdecken, einschließlich das Gesicht (nur eine kleine Rille für die Augen bleibt). Die Männer haben lange Bärte und Turbane sowie Wüstengewänder. Das sind Beduinen, die auch heute noch, im 21. Jahrhundert, in Zelten wohnen und den jahrtausend alten Lebensstil des Wüstenvolkes leben.
Nur wenige Meter entfernt ist Beer Sheva, eine hochmoderne Stadt mit Kinos, Cafés, einer Universität auf Weltniveau, Top-Infrastruktur und ein Nachtleben, das mit Tel Aviv konkurrieren kann.
Ramat Hovav Heute geht es aber weder nach Beer Sheva noch zu den Beduinen, sondern in die Stadt ohne Einwohner: Ramat Hovav.
Ramat Hovav, 13km südlich von Beer Sheva, ist nämlich eine reine Industriestadt: Von Pestiziden bis zu Dünger wird hier alles produziert, in einer Stadt, die eine Industriezone hat, die Tausenden Arbeit gibt, und die sogar eine Stadtverwaltung hat - aber keine Einwohner.Für die Stadtverwaltung ist das natürlich ein wunderbares Arrangement: sie muss weder Fernsehkabel auslegen noch Müll abholen noch Wasserrohre verwalten. Für die Industriellen ist das auch ein gutes System: Sie können sich auf ihre Angelegenheiten konzentrieren und produzieren ohne Beschwerden von den Anwohnern zu bekommen - denn es gibt keine.
Und alle Arbeiter gehen am Ende der Arbeit nach Hause und lassen die Fabriken in der Wüste zurück. Wenn sich die Sonne über Ramat Hovav senkt, kehrt Ruhe in die Wüste ein, die nur von einem leisen Sandsturm und dem Jaulen des Kojoten unterbrechen wird. Silencio.
Bilder und Text: Rosebud
Mehr Bilder gibt es auf der Facebook-Seite
Sonntag, 4. Juni 2023
Eine Orgelwerkstatt - in Israel!
Ein Traum
Das Kircheninstrument konvertiert zum Judentum - und macht Alijah
Eine Anekdote
Besucherzentrum
Donnerstag, 1. Juni 2023
Laptop und Lederhose - die israelische Version
Bar-Ilan: Auf der Schnittstelle
Bilder und Text: Rosebud



