Von Wolkenkratzer zu einem kleinen Hochhaus unter vielen
Der höchste Turm des Nahen Ostens
...so wurde der von den drei Meir-Brüdern (Benjamin, Mordechai und Moscheh) geplante und 1965 eröffnete Schalom-Turm genannt. "Es war wirklich revolutionär", sagt Zalman Schuval, der 95 Jahre alte Schwiegersohn Moscheh Meirs, der immer noch den Shalom-Turm managt, und jeden Tag dort ins Büro geht.
"Er war damals", so Schuwal weiter, "nicht nur der höchste Wolkenkratzer im Nahen Osten, sondern das höchste Gebäude zwischen Rom und Tokyo."
Die Initiative war damals recht umstritten, denn der Schalom-Turm wurde auf den Ruinen des "Gymnasia Herzliyah" gebaut, dem ersten Gymnasium der Welt, wo die Unterrichtssprache Hebräisch war.
Trotz der Opposition wurde er letztendlich gebaut, und 1965 eingeweiht - und die Zahlen waren beeindruckend: 140 Meter Höhe, 35 Stockwerke, 26 Aufzüge. Und:
Ja, im Schalom-Turm waren die ersten Rolltreppen in Israel! Vom ganzen Land kamen Leute angereist, um die Rolltreppen des Schalom-Turms zu sehen...Was heute kaum Augenbrauen hebt, kam vielen Leuten 1965 wie ein Weltwunder vor!
Und natürlich standen große israelische und internationale Firmen Schlange, um ihr Büro im Schalom-Turm zu haben. "Es war auch Aussage," so Schuwal, "wir sind wer! Tel Aviv ist nicht mehr eine kleine, verschlafene Stadt im Nahen Osten. Nein! Tel Aviv ist ein internationales Wirtschaftszentrum, das es auch mit den großen Nationen der Welt aufnehmen kann."
Disneyland, Aussichtsturm und Madame Toussaud
Ein paar Jahre nach der Eröffnung des Schalom-Turms (1970) machte dort das israelische Wachsmuseum es Madame Toussaud nach: es wurden Szenen der israelischen Geschichte wie der Eichmann-Prozess und - siehe oben - die Landung des ägyptischen Präsidenten Sadats (der im Bild oben der zweite von links ist, ganz links ist der israelische Premierminister Begin) in Israel kurz vor dem Friedensvertrag mit Israel (1979, es wurde 1980 in das Programm des Wachsmuseums aufgenommen) nachgestellt. Aber auch allgemeine Entwicklungen wie die Mondlandung waren im Wachsmuseum des Schalom-Turms zu sehen.
Aber auch eine lokale Version von Disneyland gab es hier:
Und oben gab es einen Aussichtsturm, wo man durch Münz-Teleskopen bis nach Zypern sehen konnte.
Heute: High-Tech und Darstellende Künste
Und heute?
Auf der Ost-Seite ist der Schalom-Turm seinem ursprünglichen Zweck treu geblieben - er haust große Investment-Firmen und High-Tech-Firmen, die mit viel größeren Hochhäusern konkurrieren.
Auf der West-Seite hingegen ist die Schule der Darstellenden Künste (Theater und Tanz) des "Seminar HaKibbutzim", wo die Schüler eine fantastische Aussicht auf das Meer, Tel Aviv und Jaffo haben:
Der Schalom-Turm ist noch heute relevant. So wie vor 60 Jahren. Auf (mindestens) die nächsten 60 Jahre, so wie man sich zu Geburtstag wünscht: Bis 120!
Bilder Public Domain






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