Dienstag, 6. Januar 2026

Zahava - Der König der Fische

 

Zahava - von draussen und eingelegter Fisch


Das kleine Fisch-Imperium in Bnei Brak

Der Laden auf der Jerusalem-Strasse 20 in Bnei Brak sieht sehr bescheiden aus: Es ist ein Erdgeschoss-Geschäft in einem Wohnhaus, wo sich seit Jahrzehnten wenig geändert hat.

Damals - vor 70 Jahren, öffnete Golda Winter, Holocaustüberlebende aus Polen, einen kleinen Delikatessen, der sich auf das spezialisierte, das die jüdische Gemeinde aus Polen seit Ewigkeiten lebte und liebte, und es noch immer tut: eingelegter Hering.


                                                Zahava mit Fischtheke und Regalen

Seit über 40 Jahren leitet Avigdor Cohen das Geschäft, das aber überall als "Zahava" bekannt ist. Und das Geschäft floriert - außer eingelegten Hering in sämtlichen Varianten (in Öl, in Majonese, scharf, süß-sauer, in Senf-Honig-Sauße, mit oder ohne Zwiebeln usw.) gibt es in der Zwischenzeit auch verschiedene Kugel-Varianten (mit Fleisch, Kartoffelbasis, Nudelbasis usw.), Gefilter Fisch,
aber auch Cracker und sogar Rogelach.

Der Klassiker bleibt aber der eingelegte Hering!

Es muss nicht Bismarck-Hering sein: Bibi und Trump in Bnei Brak


                                              Avigdor mit "Bibi"

Seit neuestem gibt es Promi-Varianten, um die sich Zahavas Kundschaft wahrhaft reissen: Der "Trump" (ein etwas fettiger, von sich eingebildeter Fisch, manchmal etwas plump), der "Bibi" (der einen überzeugt, dass er kein Thunfisch, sondern Beluga-Caviar ist), der "Biden" (etwas schwächlich und verliert manchmal den Geschmack) und sogar "Musk" (sehr scharf, sehr reich an Geschmack, aber etwas meschugge).

Gut, zugegenermaßen ist die Beschreibung in Klammern reine Fantasie - aber die Fischsorten gibt es, und sie sind fantastisch!

                                   Von links oben, im Uhrzeigersinn: Musk, Trump, Bibi, Biden


Schimi (Schimon), der Sohn Avigdor, fasst das sehr gut zusammen: Juden haben immer gerne eingelegten Hering gehabt, auch und vor allem, weil es recht billig war. Und bis heute verbindet es uns kulinarisch zu unseren Wurzeln.

Ist es nicht ironisch, dass wir jetzt Elon Musk und Donald Trump als Produkte haben? Das Essen der Armen ist jetzt nach Millionären (und bei Musk Milliardären) benannt...

Bilder: Rosebud und Screenshots von hier 

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